Syrienkrieg

Russland will UN-Untersuchung zu Giftgasangriff in Syrien

Die Weißhelme hatten Bilder freiwilliger Helfer verbreitet, die Verletzte des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Chan Scheichun versorgen. Nach dem Luftangriff starben Aktivisten zufolge mindestens 58 Menschen, die USA hatten das zum Anlass für einen Luftschlag gegen einen Luftwaffenstützpunkt der Regierung genommen.

Die Weißhelme hatten Bilder freiwilliger Helfer verbreitet, die Verletzte des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Chan Scheichun versorgen. Nach dem Luftangriff starben Aktivisten zufolge mindestens 58 Menschen, die USA hatten das zum Anlass für einen Luftschlag gegen einen Luftwaffenstützpunkt der Regierung genommen.

Foto: Syria Civil Defence / dpa

Russland nennt den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien eine „Provokation“ gegen die Assad-Regierung und fordert eine UN-Untersuchung.

Moskau.  Russland will eine offizielle Untersuchung der Vereinten Nationen in Den Haag zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. „Wir gehen davon aus, dass derartiges Vorgehen offiziell geklärt werden soll“, sagte Kremlchef Wladimir Putin der Agentur Interfax zufolge am Dienstag in Moskau. Russland sieht in dem Angriff eine Inszenierung.

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Chan Scheichun in der Provinz Idlib waren am Dienstag mehr als 80 Menschen getötet worden. Die syrische Regierung bestreitet, Giftgas eingesetzt zu haben. Als Reaktion hatten die US-Streitkräfte in der Nacht zum Freitag den Luftwaffenstützpunkt bombardieren lassen, von dem der Angriff ausgegangen sein soll.

Russland spricht von Treffer auf Chemiewaffenfabrik

Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums hatte die syrische Luftwaffe bei dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt eine Chemiewaffenfabrik getroffen. Moskau ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Bachar al-Assad.

„Wir haben Informationen aus unterschiedlichen Quellen, dass weitere Provokationen – ich kann sie nicht anders nennen – vorbereitet werden“, sagte Putin. Unter anderem gebe es Pläne, in Vororten von Damaskus Substanzen abzuwerfen und die syrische Regierung zu beschuldigen, sagte er. Belege dafür lieferte er nicht.

In Den Haag sitzt die Organisation für das Verbot chemischer Waffen. Sie überwacht ein internationales Übereinkommen, das die Entwicklung, die Herstellung, den Besitz sowie die Weitergabe und den Einsatz chemischer Waffen verbietet. (dpa)