Telefonat

Angela Merkel erinnert Trump an politische Lösung für Syrien

Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem vergangenen Besuch bei US-Präsident Donald Trump.

Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem vergangenen Besuch bei US-Präsident Donald Trump.

Foto: Jonathan Ernst / REUTERS

Seit Jahren tobt der Krieg in Syrien. Trump reagierte mit Raketen auf einen Giftgaseinsatz. Merkel erinnert an das eigentliche Ziel.

Berlin.  Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump auf eine politische Lösung der Syrien-Krise gepocht. Nach der „nachvollziehbaren US-Reaktion auf den grausamen Chemiewaffeneinsatz“ müsse nun alles unternommen werden, um den politischen Prozess unter dem Dach der Vereinten Nationen voranzubringen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag in Berlin mit.

Merkel und Hollande: "Assad trägt alleinige Verantwortung"

Dabei sei eine Zusammenarbeit mit Russland von besonderer Bedeutung, um einen politischen Übergangsprozess einzuleiten. Ziel sei ein friedliches und stabiles Syrien ohne Staatschef Baschar al-Assad an der Spitze.

Trump und Merkel sprachen auch über Nordkorea

Laut Seibert ging es in dem Telefonat neben der Lage in Syrien auch um das nordkoreanische Atomprogramm. Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, Trump habe mit Merkel und der britischen Premierministerin Theresa May über den US-Militärschlag gegen Syrien telefoniert.

Die USA hatten in der vergangenen Woche einen Flugplatz der syrischen Armee als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgas-Einsatz angegriffen .

Tillerson soll für poltische Lösung in Syrien sein

Die Gruppe sieben führender westlicher Staaten (G7) will Russland währenddessen zu neuen Verhandlungen über ein Ende des Syrien-Konflikts bewegen. Außenminister Sigmar Gabriel sagte am Rande des G7-Treffens im italienischen Lucca, US-Außenminister Rex Tillerson habe sich klar zu einer politischen Lösung bekannt. „Rex Tillerson hat ausdrücklich gesagt, man suche einen nicht gewalttätigen, nicht militärischen Weg“, betonte Gabriel.

Gleichzeitig bekräftigte er, dass man Moskau zum Bruch mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bewegen wolle. „Ich glaube, dass es fast nicht vorstellbar ist, dass Russland auf Dauer an der Seite eines so mörderischen Regimes wie das von Baschar al-Assad stehen will.“

Treffen der Außenminister von Russland und USA

Tillerson reist nach dem G7-Treffen weiter nach Moskau, wo er am Mittwoch seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen wird. Russland ist der wichtigste Verbündete Assads im Syrien-Krieg.

Zur G7 gehören neben den USA und Deutschland Italien, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Japan. (dpa)