Bürgerkrieg

US-Angriff auf Syrien – ein Nadelstich mit ungewissen Folgen

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Dirk Hautkapp
US-Präsident Donald Trump verlässt nach seiner Erklärung zum Luftschlag gegen Syrien das Podium.

US-Präsident Donald Trump verlässt nach seiner Erklärung zum Luftschlag gegen Syrien das Podium.

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Beim Luftschlag gegen Syrien hat US-Präsident Trump aus persönlicher Betroffenheit gehandelt, ohne Strategie. Das verheißt wenig Gutes.

Washington.  Donald Trump ist noch keine 100 Tage im Amt – aber schon Kriegs-Präsident. Mit einem offenkundig mehr aus dem Bauch als mit strategischem Kopf angeordneten Luftschlag gegen eine spezifische syrische Militär-Infrastruktur hat sich der amerikanische Präsident zum ersten Mal als Oberbefehlshaber präsentiert.

Ein gutes Gefühl hinterlässt das nicht. Trump hat gehandelt, weil er sich persönlich betroffen fühlte.

Einen singulären Flugplatz in Schutt und Asche (wenn überhaupt) legen zu lassen, von dem aus syrische Flugzeuge Giftgas verströmende Bomben transportierten, sieht darum nach Show-Effekt aus. Diktator Assad wird sich davon nicht beeindrucken lassen.

Trump befindet sich in der Schurkenzone

Zumal Trump und seine wichtigsten Kabinettsmitglieder vor nicht einmal einer Woche noch so etwas wie eine Bestandsgarantie für den größten Schlächter im Nahen Osten ausgesprochen hatten. Die Kurzatmigkeit des Sinneswandels, und mag das zugrundeliegende Ereignis auch noch so abgrundtief abscheulich gewesen sein, verheißt wenig Gutes.

Unabhängig erhobene Beweise für die Urheberschaft des Giftgas-Dramas gibt es bisher nicht. Nach internationalem Recht befindet sich Trump in der Schurkenzone. Weder hat Syrien die USA angegriffen. Noch haben die Vereinten Nationen einen Angriff legitimiert. Trump hat wie Dorfrichter Adam auf eigene Faust gehandelt.

Was will er bezwecken? Wo ist die Strategie? Was soll nun folgen? Wie wird die Reaktion der USA aussehen, wenn der seit sechs Jahren alle Appelle in den Wind schießende Assad die nächsten Bombenfracht auf das eigene Volk abwerfen lassen würde?

Trump hat das Ende nicht bedacht

Trump bewegt sich mit seiner Aktion auf hauchdünnem Eis. Assad ist dadurch nicht geschwächt worden. Im Gegenteil. Russland und Iran, seine beiden schamlosen „Bodyguards“, sind ab sofort in Alarmstimmung. Schlagen sie zurück, ist Trump unter Zugzwang. Im Handumdrehen kann sich eine verhängnisvolle Eskalation ergeben.

Eine umfängliche Kriegsbeteiligung Amerikas wäre aber Verrat an den eigenen Versprechen. Trump hat seinen Wählern geschworen, dass sich die USA heraushalten werden aus den Katastrophen in fremden Ländern.

Nichts spricht dafür, dass Donald Trump das Ende bedacht hat, als er gestern zum ersten Mal Commander-in-Chief übte.

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