Terrorverdacht

London-Attentäter war Islam-Konvertit – Viele Vorstrafen

Forensiker der Polizei arbeiten nach dem Terroranschlag vor dem britischen Parlament in London.

Forensiker der Polizei arbeiten nach dem Terroranschlag vor dem britischen Parlament in London.

Foto: Dominic Lipinski / dpa

Der Londoner Attentäter ist identifiziert. Laut Medien ist der als Adrian Russell Ajao geborene 52-Jährige zum Islam übergetreten.

London.  Bei dem Attentäter von London handelt es sich um einen Konvertiten, wie britische Medien übereinstimmend berichten. Demnach wurde der 52-jährige Khalid Masood als Adrian Russell Ajao in Dartford in Mittelengland geboren. Zuvor hieß es, er sei als Adrian Elms geboren worden. Wann und warum er zum Islam übertrat, ist bislang unklar.

, soll Masood den Namen Elms mindestens bis 2003 getragen haben. Zwischen 1983 und 2003 sei er mehrfach wegen verschiedener Gewaltdelikte verurteilt worden und habe Zeit im Gefängnis verbracht. Eine Verurteilung wegen terroristischer Aktivitäten hat es nach Angaben von Scotland Yard aber nicht gegeben. „Er war eine Randfigur“, hatte die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag erklärt. Am Freitag veröffentlichte die britische Polizei erstmals ein Foto des Attentäters.

Außerdem sind acht Terrorverdächtige nach dem Anschlag festgenommen worden. Wie der „Guardian“ schreibt, handelt es sich bei ihnen um drei Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 21 und 58 Jahren. Sie wurden bei Razzien in London und Birmingham verhaftet. Ihnen wird demnach die Vorbereitung von Terroranschlägen vorgeworfen.

„Islamischer Staat“ hat Tat für sich reklamiert

Schon am Donnerstagmittag kam die Meldung, dass sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu der Tat bekennt. Ein „Soldat“ des IS habe die Operation ausgeführt, hatte das IS-Sprachrohr Amak via Internet verkündet. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen.

Experte: Handschrift des IS erkennbar

Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet. Auf diesem Weg hatten sich die Extremisten auch zu anderen Attentaten in Europa bekannt.

Auch der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King’s College geht von einem Anschlag mit islamistischem Hintergrund aus. „Das ist genau die Art von Anschlag, die der IS promotet und anstiften will“, sagte er.

Nicht auszuschließen, dass Masood Hilfe von Komplizen hatte

„Wir gehen immer noch davon aus, dass der Angreifer ein Einzeltäter war“, sagte zuvor ein Polizeisprecher am Donnerstag. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon geht davon aus, dass der Anschlag „in Verbindung zum islamistischen Terrorismus“ steht.

Die Zurückhaltung der Behörden kommt offenbar nicht von ungefähr. Selbst wenn der Attentäter vor dem Parlamentsgebäude allein agierte, so ist doch nicht auszuschließen, dass es Hintermänner gibt oder Komplizen, die bei der Planung halfen. (küp/dpa)