Shitstorm

AfD-Politiker stolpert über Tweet zu Frauen und Migranten

Der Berliner AfD-Abgeordnete Andreas Wild am vergangenen Wochenende bei der Eröffnung seines „Bürgerbüros für Staatsreparatur“.

Der Berliner AfD-Abgeordnete Andreas Wild am vergangenen Wochenende bei der Eröffnung seines „Bürgerbüros für Staatsreparatur“.

Foto: imago stock&people / imago/Christian Mang

AfD-Abgeordneter Andreas Wild zeigt im Netz gerne „Patriotismus“. Und offenbar fürchtet er die Wirkung von Migranten auf schöne Frauen.

Berlin.  Andreas Wild twittert in letzter Zeit gerne. Dabei regt sich der Politiker, der seit 2016 für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, in der Regel über die Flüchtlingspolitik und „Scheinasylanten“ auf, kritisiert „linksversiffte“ Meinungen oder den „links-grünen Wahn“ und tritt für den Verbleib Björn Höckes in der AfD ein. Schließlich zählt er sich innerhalb seiner Partei „eher zu den Patrioten als zu den Liberalen“, wie er mal dem „Tagesspiegel“ sagte. Dass er mit vielen seiner Thesen dabei aneckt und Kritik provoziert, scheint ihn nicht wirklich zu stören. Allerdings ist noch kein Tweet so nach hinten losgegangen wie dieser eine vom vergangenen Samstag.

Da hatte Wild auf Twitter ein Streitgespräch mit Tim Fleischer, der in Berlin für die Linke aktiv ist. Wild kritisierte die Idee von SPD, Grünen und Piraten, Ausländern in NRW das Wahlrecht auf kommunaler Ebene zu geben. Fleischer hielt dagegen, Wild konterte, dann wieder Fleischer. Schließlich sah sich Andreas Wild offenbar genötigt, Fleischer einen Rat zu geben – so von 53-Jährigem zu 19-Jährigem.

Startschuss für Hohn und Spott

„Sie sind noch jung. Vielleicht ändern Sie Ihre Meinung, wenn alle für Sie attraktiven Frauen, [sic!] in einer Beziehung mit Migranten sind“, schrieb Wild. Und gab damit den Startschuss für jede Menge Hohn und Spott.

Reihenweise süffisante Kommentare

Dutzende Kommentare sammelten sich in kürzester Zeit unter dem Beitrag, beinahe durchweg kritische und süffisante Kommentare. „Och, möchte da jemand über seine eigenen Probleme reden?“, musste sich Wild zum Beispiel von Tim Fleischer fragen lassen. Ein anderer User merkte an: „Herr Wild, Sie wissen, mit so einem #Bullshit wird man schnell zum Gespött der Leute. Glückwunsch zum viralen Hit“. Und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour postete ein Bild von einer mit dem Wort „Mitleid“ bedruckten Spendendose. Auf die ersten Kommentare hatte Wild noch geantwortet, dann wurde es dem AfD-Mann offenbar aber schnell zu viel.

Auf Anfrage unserer Redaktion erläuterte Wild den Inhalt seines Tweets als Bezug auf ein „simples mathematisches Phänomen“. Denn den vier Millionen Frauen, die es im Alter von 15 bis 25 in Deutschland gebe, stünden wegen der Migration nicht mehr nur vier, sondern fünf Millionen Männer gegenüber. Da sehe sich der deutsche Mann einer ganz anderen Konkurrenzsituation ausgesetzt.

Außerdem hätten die Migranten ja auch keine Arbeit und viel Zeit, sich eine Frau zu suchen. „Und da sind Typen dabei, die eine ganz andere Männlichkeit an sich haben“ als Deutsche, sagt Wild. Denn bei Letzteren gebe es ja, und da zitiert Wild den Pegida-Hassredner Akif Pirincci, „eine gewisse Verschwulung“.

Und über all das, sagt Wild, „sollen sich auch die Linken mal Gedanken machen“.