Kursverlust

So schützen sich US-Firmen vor Tweets von Donald Trump

US-Präsident Donald Trump muss nicht erst ein Dekret erlassen, um für Aufregung zu sorgen. Es reicht häufig schon, wenn er nur einen Tweet ablässt.

US-Präsident Donald Trump muss nicht erst ein Dekret erlassen, um für Aufregung zu sorgen. Es reicht häufig schon, wenn er nur einen Tweet ablässt.

Foto: Pablo Martinez Monsivais / dpa

Donald Trump kann mit nur einem Tweet Aktienkurse von Firmen einstürzen lassen. Deshalb hatten Unternehmensberatungen jetzt eine Idee.

Washington.  Es sind maximal nur 140 Zeichen. Doch jedes einzelne von ihnen könnte Millionen kosten. Immer wenn Donald Trump einen Tweet ablässt, grault es den Managern in den Chefetagen börsennotierter US-Firmen regelrecht: Wessen Deals und Geschäfte passen dem US-Präsidenten wohl dieses Mal nicht in den Kram?

US-Unternehmens- und Kommunikationsagenturen scheinen jetzt eine Lösung gefunden zu haben, um Firmen vor dem „Alptraum“zu schützen, wie das US-Portal „Quartz“ berichtet. Sie bieten umfassende strategische Beratung an, erstellen Risikobewertungen, bilden eilig einberufene Notfalltruppen für Facebook und Twitter, die sofort eingreifen sollen, um so schnell wie möglich Schaden vom Unternehmen abzuwenden.

Boeing eines der Opfer der Trump-Tweets

Darüber hinaus hätten einige Versicherungen sogar bereits spezielle Policen zur Absicherung gegen die Tweets von Trump in ihr Angebot aufgenommen, sagt Richard Levick, Chef der gleichnamigen Kommunikationsagentur zum Sender Wood TV, der zum NBC-Netzwerk gehört.

Was Unternehmen drohen kann, wenn sie in der Schusslinie von Donald Trump stehen, bekam Flugzeugbauer Boeing kurz nach der Wahl zu spüren. Trump regte sich darüber auf, dass die Kosten für die bestellten Präsidentenmaschinen 747 vermeintlich zu hoch wären. Er forderte, die Bestellung zu stornieren – die Folge waren zeitweilige Kursverluste in Milliardenhöhe . Das Problem: Die Bestellung wurde noch nicht einmal aufgegeben.

Zahlreiche Firmen in Trumps Schusslinie

Neben dem Flugzeugbauer waren unter anderem Toyota, Carrier, Ford oder aber auch General Motors direkt oder indirekt Opfer der Tweets des Präsidenten, der allein über den Account @realDonaldTrump mehr als 25 Millionen Follower hat. Hinzu kommen wohl noch Millionen weitere Follower über seinen offiziellen präsidialen Twitter-Account @POTUS.

Dass selbst Währungskurse vor den Launen des US-Präsidenten nicht gewappnet sind, hat sich spätestens seit Trumps Drohung, auf in Mexiko produzierende und in die USA importierende Firmen Strafzölle zu erlassen, gezeigt. Der mexikanische Peso verlor daraufhin mehr als zehn Prozentpunkte gegenüber dem Dollar an Wert.

Trump-Tweets wie Naturkatastrophen

Daraufhin scherzten „Quartz“ zufolge Händler, Mexiko soll doch lieber Twitter kaufen und dann schließen. Das sei besser, als Milliarden auszugeben, um den Werteverlust seiner Währung auszugleichen.

Die Trump-Tweets werden so sehr gefürchtet, dass eine Unternehmensberatung seine Mitarbeiter bereits dazu angewiesen haben soll, sie wie Erdbeben zu behandeln. „Wir stellen sie auf eine Stufe wie Naturkatastrophen: ein nicht vorhersehbares Ereignis, das plötzlich auftritt und schwere Auswirkungen nach sich zieht, die beseitigt werden müssen“, wird ein hochrangiger Unternehmensberater vom US-Portal zitiert.