US-Politik

Donald Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn tritt zurück

Michael Flynn war unter US-Präsident Donald Trump nationaler Sicherheitsberater.

Michael Flynn war unter US-Präsident Donald Trump nationaler Sicherheitsberater.

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Nur einen Monat arbeitete Michael Flynn als nationaler Sicherheitsberater unter US-Präsident Trump. Nun gibt er den Job wieder ab.

Washington.  Es ist ein Erdbeben im Weißen Haus: Der nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, Michael Flynn, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das bestätigte die US-Regierung in der Nacht zu Dienstag.

Flynn, aus dem innersten Zirkel um Präsident Donald Trump, stolperte über ein Gespräch, das er mit einem Vertreter Russlands vor Antritt der neuen US-Regierung geführt hatte. Er hatte Ende Dezember mit dem Botschafter telefoniert, etwa zur gleichen Zeit, als der scheidende Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte. Das Weiße Haus bestätigte die Kontakte.

Trumps Sprecher Sean Spicer sagte jedoch, dabei sei es nicht um die Sanktionen gegangen. Diese Aussage wurde später auch von Vize-Präsident Mike Pence wiederholt. Später stellte sich unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Regierungsvertreter heraus, dass es in dem Gespräch sehr wohl um die Sanktionen gegangen sei.

„Unabsichtlich die Unwahrheit gesagt“

In seinem Rücktrittsgesuch spricht Flynn davon, er habe unabsichtlich die Unwahrheit gesagt. Er habe seine gesamte Karriere aufs Äußerste auf Ehrenhaftigkeit und Aufrichtigkeit Wert gelegt.

„Da ich nun einmal mehr davon zurücktrete, meinem Land in der gegenwärtigen Position zu dienen, möchte ich Präsident Trump für seine persönliche Loyalität danken, und für die Freundschaft derer, für die ich gearbeitet habe – während des harten Wahlkampfs, der Herausforderung der Übergangszeit und während der ersten Tage seiner Präsidentschaft“, heißt es in der Rücktrittsbegründung.

Trump hatte sich zuletzt auffällig still zu Flynn verhalten und ihn nicht öffentlich verteidigt. Als Stephen Miller, ein Berater von Donald Trump, am Sonntag gefragt wurde, ob Flynn noch das Vertrauen des Präsidenten genieße, wollte auch er keine Antwort geben.

Noch am Montag hatten mehrere US-Medien aber Trumps Beraterin Kellyanne Conway mit den Worten zitiert, Flynn habe das volle Vertrauen des Präsidenten. Nur kurz darauf hieß es aber von Trumps Sprecher Sean Spicer, der Präsident bewerte die Situation um Flynn noch.

Nachfolger steht schon fest

Nachfolger und amtierender nationaler Sicherheitsberater wird nach Angaben des Weißen Hauses nun zunächst der ehemalige General Keith Kellogg (72), ein hochdekorierter Veteran des Vietnamkriegs. Kellogg war bereits Mitglied von Trumps Übergangsteam gewesen. Der nationale Sicherheitsberater spielt für den außen- und sicherheitspolitisch unerfahrenen Präsidenten eine besonders wichtige Rolle. (dpa)