Kabinett

Milliardärin Betsy DeVos wird neue US-Bildungsministerin

Die Milliardärin Betsy DeVos gilt als Gegnerin des öffentlichen Schulsystems.

Die Milliardärin Betsy DeVos gilt als Gegnerin des öffentlichen Schulsystems.

Foto: © Yuri Gripas / Reuters / REUTERS

Mike Pence drückt mit seiner Stimme im Senat eine umstrittene Kandidatin durch. Es ist das erste Mal, dass ein Vize den Ausschlag gibt.

Washington.  Amerikas Schulwesen wird künftig von einer umstrittenen Frau gestaltet, die mit nur einer Stimme Mehrheit den Auswahl-Prozess im Senat überstanden hat. Nach einer Patt-Situation von 50:50-Stimmen von Republikanern und Demokraten gab Vize-Präsident Mike Pence am Dienstag mit seiner entscheidenden Stimme den Ausschlag für die 59-jährige Milliardärin Betsy DeVos.

Nach Angaben von Historikern in Washington spielte die Nr. 2 im Staat damit zum ersten Mal in der Geschichte bei einer wichtigen Personalentscheidung das Zünglein an der Waage. Diese Rolle steht ihm laut Verfassung zu.

Öffentlichen Schulen gelten als ineffizient

DeVos war in der Vergangenheit als resolute Gegnerin des öffentlichen Schulsystems aufgefallen, das vielerorts als ineffizient gilt. Ihr Ziel ist es unter anderem, Eltern durch staatlich finanzierte Gutscheine den Zugang für ihre Kinder zu privat geführten und religiös grundierten Schulen zu ebnen.

Mit dieser Linie hatte DeVos, die gemeinsam mit ihrem Mann der republikanischen Partei und konservativen Anliegen im Laufe der Jahre über 200 Millionen Dollar gespendet hatte, massive Kritik ausgelöst.

Demokraten sprechen von „katastrophaler“ Vorstellung

Ihre Vorstellung im Senat wurde vor allem von den Demokraten als „katastrophal“ bezeichnet. Viele elementare Fragen konnte sie nicht beantworten. Die Berechtigung von bewaffneten Sicherheitsdiensten in Schulen begründete DeVos mit der Gefahr von Bären-Angriffen.

Auch zwei republikanische Senatorinnen sagten, DeVos sei für den Posten ungeeignet und stimmten mit Nein. Präsident Donald Trump hält die aus Michigan stammende Unternehmerin, die als Kind Privatschulen besuchte, dagegen für „herausragend kompetent“, um die in den USA traditionell von starken Lehrergewerkschaften geprägte Schul-Bürokratie zu entflechten und Kindern bessere Zukunftschancen zu geben.