Terrorverdacht

Kein Anschlagsplan in Oberhausen – Brüder wieder frei

Schwer bewaffnete Polizisten hatten vor Heiligabend das Oberhausener Einkaufszentrum gesichert.

Schwer bewaffnete Polizisten hatten vor Heiligabend das Oberhausener Einkaufszentrum gesichert.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Die zwei Männer, die wegen eines möglichen Anschlagsplans auf ein Einkaufszentrum in Oberhausen in Haft waren, sind wieder frei.

Duisburg.  Die Polizei hat zwei Männer, die wegen der möglichen Planung eines Anschlags auf das Einkaufszentrum Centro Oberhausen festgenommen worden waren, wieder auf freien Fuß gesetzt. Die beiden im Kosovo geborenen Brüder im Alter von 28 und 31 Jahren konnten an Heiligabend den Polizeigewahrsam wieder verlassen.

Ein Haftbefehl wurde nicht ausgestellt, wie die Polizei in Essen am Samstag mitteilte. Trotz intensiver Recherchen und Ermittlungen habe sich der „gemeldete Verdacht gegen die salafistisch geprägten Verdächtigen polizeilich nicht weiter erhärtet“. Es gebe keine Hinweise darauf, dass von den Brüdern eine konkrete Gefahr ausgehe, sagte ein Sprecher.

Polizei verteidigt Eingreifen

Nach einem Hinweis aus Sicherheitskreisen waren Spezialeinheiten in der Nacht zum Freitag eine Wohnung in Duisburg eingedrungen und hatten die Brüder festgenommen. Zugleich waren im Centro als einem der größten Einkaufszentren Deutschlands vorübergehend zusätzliche Polizeikräfte zusammengezogen worden. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte das Vorgehen gelobt.

Der Polizeisprecher betonte, der Hinweis aus Sicherheitskreisen sei sehr ernst zu nehmen gewesen. Die Polizei reagiere lieber „fünfmal zu viel als einmal zu wenig.“ Nach der Festnahme habe der Staatsschutz der Essener Polizei unterstützt durch weitere Kriminalbeamte geprüft, ob sich der Verdacht aus dem Warnhinweis weiter konkretisieren lasse. Am Mittag seien die Brüder dann aus dem polizeilichem Gewahrsam entlassen worden.

Eine Verbindung zu dem mutmaßlichen Berliner Lkw-Attentäter Anis Amri, der in Italien von der Polizei getötet wurde, hatten die Ermittlern schon am Freitag verneint. (dpa)