Selbstmordattentat

Schülerinnen reißen in Nigeria Dutzende Menschen in den Tod

Familien in einem Camp in Madagali.

Familien in einem Camp in Madagali.

Foto: © Stringer . / Reuters / REUTERS

Auf einem Markt in Nigeria haben zwei junge Attentäterinnen zahlreiche Menschen getötet. Die Stadt liegt im Gebiet von Boko Haram.

Madagali.  Auf einem gut besuchten Obst- und Gemüsemarkt nahe einer Hochburg der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram haben zwei junge Selbstmordattentäterinnen mindestens 30 Menschen getötet. Mehr als 50 Menschen sollen verletzt worden sein. Das berichten „Al Jazeera“ und eine nigerianische Nachrichtenagentur übereinstimmend. Der Anschlag wurde von Sprechern der Armee und Polizei bestätigt, ohne Todeszahlen zu nennen.

Der Al Jazeera Reporter Ahmed Idris, der in Nigeria arbeitet, sagte der Zeitung, ein solcher Anschlag sei erwartet worden, da die Armee derzeit Fortschritte im Kampf gegen die Terrororganisation mache. Das Militär treibe die Kämpfer auseinander und versuche so, deren Organisation zu zerschlagen. Viele der zerstreuten Kämpfer hielten sich in den Wäldern um Madagali auf.

Boko Haram verübten in der Vergangenheit ähnliche Attentate

Boko Haram hat sich bislang nicht zu dem Anschlag bekannt. Die Terrorgruppe verübte in der Vergangenheit mehrere ähnliche Attentate. Im Dezember 2015 töteten zwei Selbstmordattentäterinnen mehr als 30 Menschen an einer Bushaltestelle nahe des Marktes. Und auch im Juni diesen Jahres hatten Kämpfer von Boko Haram eine Beerdigungsfeier in Madagali angegriffen und 18 Menschen getötet.

Boko Haram hat in den letzten Jahren Hunderte Frauen und Mädchen entführt. Diese werden als Sklavinnen verkauft, zwangsverheiratet oder für Selbstmordattentate eingesetzt. Das Verschwinden von mehr als 200 Schülerinnen der Chibok-Internatsschule vor zwei Jahren hatte besonders viel Aufsehen erregt. Einige der Mädchen konnten später fliehen, viele sollen sich noch in der Gewalt der Terrororganisation befinden. (aba)