Revolutionsführer

Kubas Ex-Präsident Fidel Castro mit 90 Jahren gestorben

Er schrieb Geschichte als Revolutionär und Politiker: Fidel Castro, der am Freitag in Kuba starb.

Er schrieb Geschichte als Revolutionär und Politiker: Fidel Castro, der am Freitag in Kuba starb.

Foto: Alejandro Ernesto / dpa

Er regierte fast fünf Jahrzehnte und erlebte zehn amerikanische Präsidenten. Jetzt ist Kubas einstiger Präsident Fidel Castro tot.

Havanna.  Kubas Ex-Präsident Fidel Castro ist am Freitagabend im Alter von 90 Jahren gestorben. Das sagte sein Bruder und Staatspräsident Raúl Castro im staatlichen Fernsehen. Die Leiche des Revolutionsführers solle verbrannt werden. Das sei der Wunsch seines Bruders gewesen.

Fidel Castro regierte Kuba 47 Jahre lang. Er trotzte in der Zeit zehn US-Präsidenten. Auch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug 2006 bestimmte er als graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit.

Er begann seinen Kampf als Rechtsanwalt

Geboren wurde Castro am 13. August 1926 in Biran im Osten Kubas. Schon als Kind empfand er die sozialen Verhältnisse auf der Insel als zutiefst ungerecht. Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista auf. Nach dem gescheiterten Überfall auf die Moncada-Kaserne 1953 und einigen Jahren im Exil landete er Ende 1956 mit rund 80 Mitkämpfern auf Kuba und begann in den Bergen den Guerillakampf. Im Januar 1959 zogen seine Truppen siegreich in Havanna ein.

Mit einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen machte sich Castro schnell die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion, von der die Insel immer abhängiger wurde.

Reformen aus der Not geboren

Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise, die das kommunistischen System aber allen Unkenrufen zum Trotz überlebte. Der Not gehorchend rangen sich Fidel und sein Bruder Raúl Castro zu begrenzten marktwirtschaftlichen Reformen durch.

Mit seiner Unbeugsamkeit gegenüber Washington fand Castro aber in Lateinamerika auch über das linke Lager hinaus Anerkennung. Als sich der greise Revolutionsführer kurz vor seinem 80. Geburtstag einer schweren Operation unterziehen musste, gab er am 31. Juli 2006 seines Ämter zunächst provisorisch an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl ab. Mit der Neukonstituierung des Staatsrat 2008 übernahm Raúl dauerhaft die Führung des Landes.

Kubanische Exilanten feiern in Miami

Die historische Aussöhnung zwischen Kuba und den USA, die in der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen 2015 und dem Besuch von Präsident Barack Obama in Havanna im März 2016 gipfelte, verfolgte Fidel Castro mit unüberhörbarer Skepsis.

Wie amerikanische Online-Medien berichten, feiern kubanische Einwanderer auf den Straßen von Miami im US-Bundesstaat Florida den Tod Fidel Castros. Wie der „Miami Herald“ berichtet,versammelten sich Gegner Castros und seiner kommunistischen Politik auf den Straßen der Metropole, skandierten „Libertad!“ (Freiheit) und stießen mit Sekt an. (dpa)