Flüchtlingsunterkunft

Geständnis im Prozess um Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Gut ein Jahr nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen mussten sich mehrere Angeklagte vor dem Landgericht Potsdam verantworten.

Gut ein Jahr nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen mussten sich mehrere Angeklagte vor dem Landgericht Potsdam verantworten.

Foto: Julian Stähle / dpa

Ein Angeklagter hat den Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft vor Gericht gestanden – und einen NPD-Politiker belastet.

Potsdam.  Nach einem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Nauen stehen seit Donnerstag sechs Neonazis vor Gericht. Als Rädelsführer ist der NPD-Kommunalpolitiker Maik Schneider angeklagt. Zu Prozessbeginn legte einer der Angeklagten ein umfassendes Geständnis ab.

Der 33-jährige Wachmann schilderte im Landgericht Potsdam in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung, wie er im August 2015 mit den Mitangeklagten Fässer mit Öl und Benzin sowie eine Propangasflasche vor die Sporthalle geschafft habe. Zudem seien Autoreifen und Paletten vor dem Eingang gestapelt worden, um den Brand zu entfachen.

Anweisungen kamen von NPD-Politiker

Alle Anweisungen zu dem Brandanschlag habe Schneider gegeben. Ein weiterer Angeklagter erklärte, Schneider habe die Idee zu dem Anschlag gehabt und die Vorbereitungen gesteuert. Am Abend vor dem Brandanschlag haber er beobachtet, wie Schneider und weitere Angeklagte Reifen in einen Transporter geladen hätten. „Bei den Reifen war mir definitiv klar, dass sie zum Anzünden der Halle genutzt werden sollen“, sagte der 32-Jährige. Schneider habe ihn dann angewiesen, bei Autofahrten durch die Stadt die Augen offen zu halten, ob Polizei unterwegs sei.

Daher habe er in der Nacht mehrere Fahrten durch die Stadt unternommen, sagte der Angeklagte. Schließlich habe er aus der Ferne die Flammen aus der Sporthalle lodern sehen. „Ich dachte: Krass, wie das brennt.“ (dpa)