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Nasa-Forschung zur Erderwärmung soll unter Trump enden

Schmelzendes Eis in der Antarktis, hier ein Foto aus dem Jahr 2010.

Schmelzendes Eis in der Antarktis, hier ein Foto aus dem Jahr 2010.

Foto: © Reuters Staff / Reuters / REUTERS

Der Trump-Berater Bob Walker fordert ein Ende des „politisch korrekten Umweltmonitorings“. Die Nasa-Forschung zum Klima soll enden.

Washington.  Der designierte US-Präsident Donald Trump will die Forschungen der Weltraumbehörde Nasa zur Klimaerwärmung offenbar weitgehend einstellen lassen. Das sagte der Trump-Berater Bob Walker dem britischen „Guardian“.

Walker ist in Trumps Übergangskabinett für die Nasa zuständig. Die Nasa-Abteilung für Erdforschung soll demnach keine finanzielle Unterstützung mehr erhalten. Die Nasa solle sich stattdessen intensiver um die Erforschung des Weltraums kümmern. Davon betroffen wären dann Forschungsgebiete wie Temperaturentwicklung, Eis, Wolken und weitere Klimaphänomene.

„Politisch korrekte Umweltüberwachung“

Laut Walker gibt es keine Notwendigkeit mehr für „politisch korrekte Umweltüberwachung“. Und weiter sagte der dem „Guardian“: „Wir sehen die Nasa in einer Erkundungsrolle in der Weltraumforschung.“ Dagegen sei die Erforschung der Erde bei anderen Institutionen besser aufgehoben. Zwar solle nicht alle laufende Forschung gestoppt werden. „Aber zukünftige Programme sollen definitiv bei anderen Agenturen platziert werden.“

In der Vergangenheit sei Klimaforschung sehr stark politisiert worden, sagte Walker. Trumps Entscheidungen in der Klimapolitik würden sich künftig an „solider Wissenschaft“ orientieren, nicht an „politisierter Wissenschaft“.

Erderwärmung ein Märchen aus China

Trump hatte den Klimawandel in der Vergangenheit als Hoax bezeichnet, der von China lanciert worden sei. Im Interview mit der „New York Times“ am Dienstag lenkte er ein, es gebe „eine gewisse Verbindung“ zwischen dem Klima und menschlichen Aktivitäten auf der Erde.

Klimaforscher auf der ganzen Welt zeigten sich sehr besorgt durch die Ankündigungen Trumps und seines Beraters. Der „Guardian“ zitiert den Wissenschaftler Kevin Trenberth vom National Center for Atmospheric Research, der einen Abbruch der Nasa-Klimaforschung als „extrem kurzsichtig“, wenn nicht gar „verheerend“. Die Pläne Trumps seien ein Rückschritt ins Mittelalter. (aba)