SPD

EU-Parlamentspräsident Schulz will in den Bundestag

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat jetzt offenbar die Bundespolitik ins Auge gefasst.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat jetzt offenbar die Bundespolitik ins Auge gefasst.

Foto: VINCENT KESSLER / REUTERS

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz steht vor einem Wechsel in die Bundespolitik. Laut „Süddeutscher Zeitung“ ist das entschieden.

Berlin/Straßburg.  EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) will einem Zeitungsbericht zufolge auf dem ersten Listenplatz der nordrhein-westfälischen SPD für den Bundestag kandidieren. Die „Süddeutsche Zeitung“ meldet, dass diese Entscheidung am Mittwochabend in Kreisen der Landespartei bereits intern verkündet worden ist.

Über einen Wechsel des gelernten Buchhändlers aus Würselen bei Aachen in die Bundespolitik wird bereits länger spekuliert. Schulz gilt als ein möglicher Kanzlerkandidat der SPD, wenn Parteichef Sigmar Gabriel davon Abstand nehmen sollte. Gabriel hat das erste Zugriffsrecht. Die Süddeutsche berichtet weiter, dass der geplante Wechsel von Schulz in die Bundespolitik aber noch keine Entscheidung über die Kandidatenfrage bedeute. Auch Olaf Scholz wird als ein möglicher Kandidat gehandelt.

Amtszeit in Straßburg endet

Mit der Konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) gibt es eine Absprache, wonach Schulz sein Amt im kommenden Jahr an einen EVP-Politiker abgibt. In der sozialdemokratischen Fraktion hatte es dennoch Bestrebungen gegeben, dass Schulz doch zumindest bis zur Europawahl 2019 weitermacht. Nachdem Frank-Walter Steinmeier für das Amt des Bundespräsidenten nominiert worden ist, wurde sofort Schulz als möglicher Nachfolger im Außenministerium gehandelt.

Während seiner Zeit in Brüssel und Straßburg schärfte Schulz sein außenpolitisches Profil und steigerte seinen Bekanntheitsgrad in Deutschland - auch weil er kein Blatt vor den Mund nimmt. 54 Prozent der Deutschen wünschen ihn sich laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des „Stern“-Magazins als zukünftigen Außenminister, falls Steinmeier ins Schloss Bellevue einzieht. In Teilen der SPD wird Schulz auch als der bessere Kanzlerkandidat im Vergleich zu Gabriel gesehen.

DGB-Chef Chef für schnelle Entscheidung

DGB-Chef Reiner Hoffmann drängt die Sozialdemokraten zu einer schnellen Entscheidung in der „K-Frage“. „Die Leute sollten rasch wissen, wer als Kanzlerkandidat gegen Frau Merkel antritt“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“, allerdings noch vor Schulz’ Ankündigung. „Wir leben in unübersichtlichen Zeiten. Deshalb ist Klarheit wichtig.“

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, begrüßte den Beschluss seines Parteifreundes. Auf Twitter kommentierte er den bevorstehenden Wechsel von Schulz in die Bundespolitik mit den Worten: „Gut so!“ (law/dpa)