SPD

Martin Schulz hält sich mögliche Kanzlerkandidatur offen

Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz (SPD).

Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz (SPD).

Foto: Stephanie Lecocq / dpa

Einem Bericht zufolge will Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD werden. Auch als Außenminister sei er im Gespräch.

Berlin.  Der als künftiger Bundesaußenminister gehandelte SPD-Politiker Martin Schulz strebt wohl auch die Kanzlerkandidatur seiner Partei an. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf SPD-Regierungskreise.

Kurz nach der Meldung über das Interesse Schulz’ an den beiden Ämtern, folgte am Donnerstagabend das Dementi. „Das ist völliger Blödsinn“, sagte ein Sprecher des SPD-Politikers am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Schulz selber klang später weniger ablehnend. Die SPD werde dies zu gegebener Zeit entscheiden, sagte Schulz selbst am Donnerstagabend in Berlin beim „Wirtschaftsgipfel“ der „Süddeutschen Zeitung“.

„Es gibt einen Fahrplan, und an den halten wir uns.“ Eine solche Entscheidung könne die SPD nicht zwischen Tür und Angel treffen. Auf die Frage, ob er EU-Parlamentspräsident in Brüssel bleiben wolle, sagte Schulz lediglich, er sei bis 17. Januar 2017 gewählter Parlamentspräsident. Eine Entscheidung darüber werde es zum gegebenen Zeitpunkt geben.

Schulz nennt Berichte über Konflikte in der SPD „Stuss“

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Dienstag mit dem amtierenden EU-Parlamentspräsident Schulz über das Personalpaket beraten, das die Partei nach der Nominierung von Frank-Walter Steinmeier als Kandidat für das Bundespräsidentenamt schnüren will.

Schulz nannte Berichte „Stuss“, wonach es in der SPD-Spitze Konflikte gebe: „Wir haben eine sehr, sehr gute Atmosphäre in der Führung der SPD.“ Es gehe darum, als Team die Leute davon zu überzeugen, dass die SPD das Land führen müsse: „Wir wollen dieses Land führen, und wir werden dieses Land führen.“

Gabriel hat in der SPD wieder Rückenwind

Gabriel, der als SPD-Vorsitzender den ersten Zugriff in der K-Frage hat, zaudert. Der Vizekanzler kennt seine mäßigen Beliebtheitswerte in der Bevölkerung. Der Steinmeier-Coup im Präsidentenpoker hat Gabriel in der SPD aber neuen Rückenwind gebracht.

In SPD-Kreisen wird nun mit einer zügigen Entscheidung in der K-Frage gerechnet. Sollte Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sich bereits an diesem Wochenende zu ihrer Kandidatur für eine vierte Amtszeit bekennen, will die SPD rasch nachlegen. Es werden einen Vorschlag geben, „der alle überzeugt“, heißt es.

Mit Martin Schulz als Spitzenkandidat hatte die SPD 2014 bei der Europawahl mit 27,3 Prozent ein starkes Ergebnis eingefahren. (dpa)