US-Wahl

Schriftsteller Franzen befürchtet Gewalt nach Clinton-Sieg

Der US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen hält Donald Trump und seine Anhänger für gefährlich.

Der US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen hält Donald Trump und seine Anhänger für gefährlich.

Foto: Tamas Kovacs / dpa

Jonathan Franzen befürchtet Aufstände, sollte Clinton die Wahl gewinnen. Trump ist für ihn eine „zutiefst krankhafte Persönlichkeit“.

Berlin.  Der amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen (57) befürchtet einen Gewaltausbruch in den USA, sofern die Demokratin Hillary Clinton die Präsidentenwahl gegen ihren republikanischen Konkurrenten Doland Trump gewinnt. Besonders in den ländlichen Staaten im Westen könne dieses Problem auftreten und ernst werden, sagte der Autor („Die Korrekturen“) der Zeitung „Die Welt“.

„Meine Furcht ist jetzt, dass Trumps Kandidatur das zivile Gewebe unserer Nation so schwer beschädigt hat, dass Hillary, falls sie gewählt wird, ihr erstes Jahr im Amt mit bewaffneten Aufständen von Gruppen könnte zubringen müssen, die die Rechtmäßigkeit ihrer Wahl bestreiten“, sagte Franzen. „Selbst wenn es nicht zu bewaffnetem Widerstand kommt, erwarte ich, dass Hillary eine Art endlosen Bürgerkrieg um unser System föderaler Regierung führen muss.“

Franzen vergleicht Trump mit Hitler

Einen Vergleich Trumps mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry möchte Franzen nicht ziehen: „Beim Trumpismus dreht sich alles um Trump“, sagte er. „Trump mit Petry zu vergleichen, halte ich deshalb nicht für ergiebig. Ich glaube im Ernst, der passendere Vergleich ist Trump mit (Adolf) Hitler.“

Trump animiere zu Gewalt, äußere lautstark seine Verachtung für den Wahlvorgang und habe sich „Nur ich kann Amerika retten" als Motto gewählt. „Das ist weit weg von Petry, die, bei allen Schwächen, nicht messianisch scheint und nicht mitten in der Nacht gemeine Tweets über die Gewichtsprobleme einer Frau absetzt. Trump ist eine zutiefst krankhafte Persönlichkeit“, so Franzen.

(dpa)