Bundestagswahl

EU-Politiker Martin Schulz deutlich beliebter als Gabriel

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (rechts) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (rechts) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

Die Kanzlerfrage beschäftigt die Umfragen. 29 Prozent wollen den EU-Politiker Schulz als SPD-Spitzenkandidaten – und nicht Gabriel.

Hamburg.  Einer Umfrage des Forsa-Instituts zufolge würde EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bei der Bundestagswahl 2017 aktuell mehr Zuspruch erhalten als SPD-Chef Sigmar Gabriel. Schulz käme auf 29 Prozent, Gabriel auf nur 18 Prozent. Davon unbeeindruckt sind die Werte von Kanzlerin Angela Merkel, die bei 46 Prozent liegen.

Forsa-Chef Manfred Güllner: „Martin Schulz ist ein unbeschriebenes Blatt. Er hätte die Chance, dieses Blatt positiv für die SPD zu beschriften, weil er Gruppen außerhalb der Partei anspricht und verlorene Wähler zurückholen könnte.“ Schulz gilt als Europapolitiker mit Herzblut, in der Bundespolitik ist er bislang wenig in Erscheinung getreten.

Schulz und Gabriel eng befreundet

Schulz und Gabriel gelten als Freunde. SPD-Genossen halten es deshalb für möglich, dass Gabriel Schulz den Vortritt lässt.

„Der Spiegel“ hatte berichtet, eine wachsende Zahl führender Genossen favorisiere inzwischen den Präsidenten des EU-Parlaments als Spitzenkandidat für den Bundestagswahlkampf 2017.

„Über alle Flügel und Landesgruppen hinweg gibt es eine breite ‘Bloß nicht Gabriel’-Bewegung“, zitiert das Magazin einen SPD-Abgeordneten. Gabriel kämpfe nicht nur gegen die Skepsis der Partei. Interne Umfragen zeigten zudem, dass der SPD-Chef selbst unter den eigenen Wählern kritisch gesehen werde.

Gabriel müsste freiwillig verzichten

Schulz will offenbar auf Gabriels freiwilligen Rückzug warten, schreibt „Der Spiegel“. Nur so gebe es für Schulz eine Möglichkeit, sich um den Posten als Spitzenkandidat zu bewerben. Der jetzige Vizekanzler müsste dann auch seinen Posten als SPD-Vorsitz aufgeben.

Die Forsa-Ergebnisse entstammen einer repräsentativen Umfrage, die das Institut vom 4. bis 7. Oktober 2016 im Auftrag des Magazins „stern“ und des Fernsehsenders RTL 2004 durchführte. Die befragten Bürger wurden durch eine computergestützte Zufallsstichprobe ermittelt. (ots/aba)