Musik

30 Lieder, 30 Tage: Musiker singen gegen Donald Trump an

R.E.M.-Musiker Michael Stipe (links) und Peter Buck in Riga, September 2008.

R.E.M.-Musiker Michael Stipe (links) und Peter Buck in Riga, September 2008.

Foto: © Ints Kalnins / Reuters / REUTERS

In etwa 30 Tagen ist US-Wahl. Eine Gruppe von Bands und Künstlern versucht mit einer Song-Aktion, Präsident Donald Trump zu verhindern.

Berlin/Washington.  Knapp 30 Tage sind es noch bis zur US-Wahl – und eine Gruppe bekannter Bands und Musiker hat sich entschlossen, für ein Trump-freies Amerika einzutreten. Mit Musik.

Jeden Tag wollen Bands wie R.E.M., Death Cab For Cutie oder My Morning Jacket oder Singer-Songwriter wie Aimee Mann unter dem Motto „30 Days, 30 Songs“ einen Song veröffentlichen, der sich kritisch mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump auseinandersetzt. Wer noch alles bei der Aktion mitmacht, ist noch nicht bekannt. Das Ziel ist es, Trumps Wahl am 8. November zu verhindern.

Trump im vergoldeten Zimmer

Death Cab For Cutie machen den Anfang mit einem eingängigen Popsong, der eher nach Liebeslied als nach Anti-Trump-Hymne klingt. Der Text von „Million Dollar Loan“ jedoch hat es in sich. Die Band erzählt darin von den Lügen, mithilfe derer Trump sein Vermögen gemacht hat.

Anders als der Milliardär es gerne erzählt, hat er seinen Reichtum nicht allein auf einer kleinen Geldspritze seines Vaters aufgebaut, singt die Band aus Bellingham im US-Bundesstaat Washington. Sie stellen sich vor, wie Trump des Nachts aus seinem Trumptower über seine Stadt New York blickt, wie er in einem seiner vergoldeten Zimmer sitzt und stolz ist auf seinen Besitz, den er sich ganz allein aufgebaut hat.

Trump nutzte ungefragt Songs von Bruce Springsteen, Neil Young und anderen

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Dave Eggers, dem Autor von Büchern wie „Der Circle“ oder „Ein Hologramm für den König“. Dem „Guardian“ erzählt er, die Idee zu dem Projekt sei ihm gekommen, als er hörte, dass Trump Musik von Bands und Künstlern bei seinen Wahlkampfveranstaltungen nutze, die Trump niemals wählen würden und einer Verwendung auch nicht zugestimmt hätten.

„Während das Publikum noch auf Trump wartete, war ich völlig überrascht, die Musik von Bruce Springsteen, Elton John und Queen zu hören“, sagt Eggers. „Keiner dieser Musiker unterstützt Trump – was wenig überraschend ist –, aber in diesem Moment wurde mir bewusst, dass diese Wahl möglicherweise von ein paar Protestsongs profitieren könnte.“

Einnahmen gehen an politische Organisation

Ein weiterer Song ist ebenfalls schon veröffentlicht. Die Singer-Songwriterin Aimee Mann singt in „Can´t You Tell?“ aus der fiktiven Perspektive Trumps über die Wahl. Im Refrain fragt sie sich, ob sie denn niemand stoppen werde, sie wolle diesen Job doch gar nicht und es gehe ihr auch nicht gut.

Die Einnahmen der „30 Days, 30 Songs“-Aktion kommen einer Organisation zur Unterstützung der Demokratie und einer Verbesserung des Wahlverfahrens zugute. Die Playlist der Aktion wird täglich aktualisiert und kann auf Spotify abonniert werden.