Altersvorsorge

Private Zusatzrente soll Armut verhindern

Sparer sollten fürs Alter vorsorgen.

Sparer sollten fürs Alter vorsorgen.

Foto: Matthias Hiekel / dpa

Um zusätzlich fürs Alter vorzusorgen, könnten Versicherte von einem Vorsorgekonto profitieren. Vorschlag kommt von Verbraucherschützern.

Berlin.  Mit einem Vorschlag zur Rentenvorsorge wollen Verbraucherschützer Altersarmut vorbeugen: Ein sogenanntes Vorsorgekonto soll kostengünstiges privates Sparen fürs Alter unter dem Dach der staatlichen Rentenversicherung möglich machen.

Als erstes Bundesland stellt sich Baden-Württemberg hinter die Idee. Der dortige Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) warb am Mittwoch in Stuttgart für das Konzept: „Private Altersvorsorge muss einfach, transparent und kostengünstig sein“, erklärte er. Das Vorsorgekonto, im Kern eine zusätzliche private Vorsorge unter dem Dach der staatlichen Rentenversicherung, soll diese Bedingungen erfüllen. Der Vorschlag reagiert auf die anhaltende Kritik an den Angeboten zur privaten Vorsorge in Form von Riesterverträgen.

Flexibler Beitrag für gesetzlich Versicherte

Gesetzlich Versicherte sollen monatlich flexibel auf das Konto einzahlen können. Wenn die Sparer dann in den Ruhestand gehen, wird aus den Beiträgen für das Vorsorgekonto eine Zusatzrente. Wer früher als vorgesehen in Rente geht, kann mit dem Geld aus dem Vorsorgekonto Abschläge bei der Rente ausgleichen.

Verwaltet und in Aktien und Rentenfonds angelegt werden die Beiträge bis dahin von der staatlichen Rentenversicherung. Renditen werden nicht sofort ausbezahlt, sondern als Reserve behalten, um schlechte Jahre am Kapitalmarkt auszugleichen.

In vielen Aspekten ist das Konzept des Vorsorgekontos, an dem auch der Bund der Versicherten und die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg mitgearbeitet haben, der Riester-Rente ähnlich. Das Besondere an dem Modell: Es soll von der gesetzlichen Rentenversicherung organisiert werden. Die Option, das eigene Rentenkonto zusätzlich zu füllen, gibt es bislang für Pflichtversicherte nur in wenigen Ausnahmen.

Bei Riester-Renten können Minusrenditen möglich sein, warnt „Ökotest“

Im Vergleich zu anderen Angeboten soll das Vorsorgekonto kostengünstiger sein. Das ist möglich, weil die staatliche Rentenversicherung als nicht kommerzielle Organisation keinen Aktionären verpflichtet ist und deutlich geringere Vertriebskosten hat als andere Anbieter für private Altersvorsorge. „Das Geld“, so Stefan Schwarz von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, „kommt direkt bei den Versicherten an.“ Das müsse bei staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeprodukten auch so sein, so Verbraucherminister Hauk. Die eigenen Beiträge und die staatliche Förderung müssten den Menschen zugutekommen – „einschließlich einer angemessenen Rendite“. Bei der Mehrzahl der Altersvorsorgeprodukte sei dies nicht der Fall.

So kritisierte auch die Zeitschrift „Ökotest“, die das Vorsorgekonto mitentwickelt hat, Riester-Renten als oft teuer und intransparent. Zum Teil seien die Erträge so niedrig, dass für Sparer sogar Minusrenditen anfallen. Ähnliches gilt laut „Ökotest“ auch für betriebliche Arten der Vorsorge wie etwa Direktversicherungen und Pensionskassen. Das Konzept von Ministerium und Verbraucherschützern bringt im Gegensatz zu diesen Vorsorgearten zwar relativ niedrige Zinsen, ist dafür aber risikoärmer.

Als Allheilmittel für Altersarmut will Verbraucherminister Hauk das Vorsorgekonto nicht verstanden wissen. Aber es sei eine „transparente Alternative“ für Verbraucher. „Es geht nicht um eine reine Anlagemaximierung“, betonte Peter Hauk, „sondern um die grundsätzliche Sicherung des Lebensstandards im Alter.“ Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) habe er die Idee bereits mitgeteilt.