Ruhestand

Ministerium rechnet mit sinkendem Niveau bei Renten

„Rente muss zum Leben reichen“ – das lässt sich leicht fordern. Doch die Voraussagen sind nicht gut.

„Rente muss zum Leben reichen“ – das lässt sich leicht fordern. Doch die Voraussagen sind nicht gut.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Schlechte Nachrichten für künftige Ruheständler: Das Rentenniveau dürfte deutlicher sinken als bislang berechnet. Steigen die Beiträge?

Berlin.  Das Rentenniveau droht stärker zu sinken als bisher angenommen. Nach Berechnungen aus dem Bundesarbeitsministerium, die am Mittwoch in Berlin bekannt wurden, könnte das Niveau bis 2045 auf 41,6 Prozent eines Durchschnittslohns sinken. Gegenwärtig liegt es bei 47,8 Prozent. Den gesetzlichen Vorgaben zufolge muss der Staat eingreifen, sobald das Rentenniveau unter 43 Prozent rutscht.

Mit den neuen Berechnungen liegen erstmals Prognosen vor, die über das Jahr 2030 hinausreichen. Sollte das heutige Niveau gehalten werden, würde die Rentenversicherung in Zukunft jedes Jahr 40 Milliarden Euro zusätzlich benötigen.

Prognosen dürften Debatte neu anheizen

Im Jahr 2045 läge der Beitrag dann bei 26,4 Prozent des Einkommens. Gegenwärtig darf der Beitrag bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Heute beträgt er 18,7 Prozent.

Die neuen Prognosen dürften die Debatte um eine Stabilisierung des Rentenniveaus und die Stärkung der gesetzlichen Rente beeinflussen. Die Gewerkschaften und Teile der SPD fordern eine Stabilisierung oder Anhebung des Rentenniveaus. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will im November ein Gesamtkonzept für die künftige Entwicklung der Altersvorsorge vorlegen.

Reform der Betriebsrente geplant

Teil des Gesamtkonzepts wird auch eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge sein, über die sich Nahles bereits mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verständigt hat. Sie soll vor allem Geringverdienern zugute kommen und noch in diesem Jahr in den Bundestag eingebracht werden. (epd)

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.