Stellenanzeige

SPD überrascht von Bewerberzahl für Bundestagskandidatur

Die SPD in Bitburg-Prüm könnte auf der Suche nach einem Bundestagskandidaten nun doch fündig werden.

Die SPD in Bitburg-Prüm könnte auf der Suche nach einem Bundestagskandidaten nun doch fündig werden.

Foto: imago / imago stock&people

Große Resonanz auf eine etwas andere Stellenanzeige: 118 Menschen wollen für die SPD den Wahlkreis Bitburg-Prüm im Bundestag vertreten.

Bitburg.  118 Bewerbungen aus ganz Deutschland und nicht einmal „fünf Quatsch-Bewerbungen“ darunter. „Diese hohe Zahl hat uns überrascht“, sagte der SPD-Kreisvorsitzende Nico Steinbach am Dienstag zur Resonanz auf die Wahlkampfmaßnahme der anderen Art seines Wahlkreises Bitburg-Prüm in der Eifel.

Der Kreisverband hatte per Stellenanzeige einen Kandidaten für die Bundestagswahl im kommenden Jahr gesucht und damit deutschlandweite Aufmerksamkeit erhalten. „Du bist motiviert, aufgeschlossen und politisch interessiert? Du setzt dich für die „Sache“ ein und kannst mit „Gegenwind“ umgehen? Du hast die Lust und den Willen etwas anzupacken und zu gestalten?“, hatte der Kreisverband seine potenziellen Bewerber in der etwas anderen Stellenanzeige gefragt. Wer sich berufen fühlte, musste nicht einmal Parteimitglied sein. Es genüge zunächst, sich mit den Werten der SPD zu identifizieren, hieß es.

„Beworben hat sich der 20-jährige Student und der 70-jährige Rentner und alles, was dazwischen liegt“, sagte Nico Steinbach zum „Trierischen Volksfreund“. Zehn Bewerber seien nun in der engeren Auswahl – mehr als Steinbach im Juli erwartet hätte. Damals hatte er der Zeitung gesagt: „Wenn nichts Gescheites dabei ist, schlagen wir auch keinen vor.“ Der Wahlkreis, der rund 100 Kilometer westlich von Frankfurt am Main liegt, war bei Bundestagswahlen jahrelang von der CDU dominiert worden. Allerdings hatte mit Steinbach bei den Landtagswahlen im März ein Sozialdemokrat die Nase vorn.

Steinbach bedauerte nach eigenen Worten nur, dass der Frauenanteil bei weniger als einem Viertel liege. Ansonsten gab er sich gegenüber dem „Trierischen Volksfreund“ optimistisch: „Wir hoffen auf eine Zusammenarbeit, die länger als nur ein Wahlkampf andauert.“ (ba/dpa)