Vollverschleierung

Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen für ein Burka-Verbot

Eine Frau mit Niqab auf dem Odeonsplatz in München. Dem neuen ARD-Deutschlandtrend zufolge ist eine Mehrheit der Deutschen gegen die Vollverschleierung.

Eine Frau mit Niqab auf dem Odeonsplatz in München. Dem neuen ARD-Deutschlandtrend zufolge ist eine Mehrheit der Deutschen gegen die Vollverschleierung.

Foto: Frank Leonhardt / dpa

Mehr als 80 Prozent der Deutschen sind laut Umfrage gegen die Vollverschleierung. Die meisten darunter sogar für ein generelles Verbot.

Berlin.  Eine große Mehrheit der Deutschen lehnt einer Umfrage zufolge die Vollverschleierung ab. Nach einer am Freitag veröffentlichten Erhebung für die ARD sind 81 Prozent für ein Verbot der Vollverschleierung muslimischer Frauen in der Öffentlichkeit.

Jeder Zweite (51 Prozent) spricht sich für ein generelles Verbot aus, jeder Dritte (30 Prozent) für ein teilweises Verbot wie im öffentlichen Dienst. Nur 15 Prozent der Bürger sind prinzipiell gegen ein Verbot. Befragt wurden von Infratest dimap zwischen dem 23. und 24. August 1008 Menschen.

Aufregung um Burkini-Verbot in Frankreich

Erst vergangene Woche hatten sich die Innenminister der Union in ihrer „Berliner Erklärung“ für ein Verbot von Vollschleiern wie der Burka und dem Niqab stark gemacht. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lehnte ein komplettes Burka-Verbot jedoch ab.

In anderen europäischen Ländern ist das Tragen von Vollschleiern untersagt, zum Beispiel in Frankreich. Dort schlug die Meldung von Polizisten, die das Burkini-Verbot durchsetzen wollen, hohe Wellen. Die vier Beamten forderten eine Frau in Tunika, Kopftuch und Leggins dazu auf, sich an die Kleiderordnung zu halten.

Wichtig ist vielen die Innere Sicherheit

In der aktuellen ARD-Umfrage äußerten sich die Befragten auch darüber, was sie von der Politik in der nächsten Legislaturperiode erwarten. Sie haben demnach eine klare Prioritätenliste: Diese sollte sich um die Innere Sicherheit und Terrorbekämpfung (25 Prozent) kümmern, um die Rente und Bekämpfung der Altersarmut (24 Prozent) sowie um Bildung und Schule (20 Prozent). Eine weniger große Rolle spielt für die Befragten hingegen die Integration von Flüchtlingen (zwölf Prozent).

Auf die Frage, wen sie am Sonntag wählen würden, entschieden sich 33 Prozent für die Union. 22 Prozent der Befragten würden die SPD wählen. Die Grünen erhalten 12 Prozent, die AfD kommt auf 13 Prozent der Stimmen.

Neun Prozent der Befragten würden die Linke wählen und fünf Prozent die FDP. Im Vergleich zur letzten Erhebung verlieren die Union und die Grünen jeweils einen Prozentpunkt. Die AfD gewinnt einen Prozentpunkt dazu. Die Werte für SPD, FDP und Die Linke bleiben unverändert. (rtr/les)