UN-Bericht

Assad-Regime und IS haben in Syrien Chemiewaffen eingesetzt

Ein Kind muss nach einem Angriff beatmet werden, syrische Rebellen sprachen dabei von einer Attacke mit Chemiewaffen. Von den UN gibt es nun Bestätigung, dass Regierungstruppen und IS tatsächlich solche Waffen eingesetzt haben.

Ein Kind muss nach einem Angriff beatmet werden, syrische Rebellen sprachen dabei von einer Attacke mit Chemiewaffen. Von den UN gibt es nun Bestätigung, dass Regierungstruppen und IS tatsächlich solche Waffen eingesetzt haben.

Foto: imago stock&people

Ein UN-Bericht lässt keine Zweifel mehr: Assads Armee und Terrormiliz IS haben im syrischen Bürgerkrieg Chlor- und Senfgas eingesetzt.

New York.  Im syrischen Bürgerkrieg haben sowohl die syrische Armee von Machthaber Baschar al-Assad als auch die Terrormiliz IS Chemiewaffen eingesetzt. Hubschrauber der syrischen Luftwaffe hätten im April 2014 und im März 2015 Chlorgas eingesetzt, der IS habe im August 2015 Senfgas verwendet. Zu diesem Ergebnis kommt ein bislang unveröffentlichter Bericht der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa am Donnerstag. Der UN-Sicherheitsrat soll kommende Woche über die Ergebnisse beraten. Danach soll der Bericht öffentlich gemacht werden.

Der vom UN-Sicherheitsrat in Auftrag gegebenen Untersuchung zufolge hat die syrische Regierung im April 2014 und im März 2015 in der nordwestlichen Provinz Idlib Chlorgas eingesetzt. Der IS benutzte im August 2015 Senfgas in der Nähe von Aleppo. Sechs andere untersuchte Fälle von angeblichen Giftgaseinsätzen konnten die Autoren des Berichts unter anderem wegen schwieriger Untersuchungsbedingungen nicht mit Sicherheit einer der Konfliktparteien zuordnen.

China und Russland verhindern UN-Sanktionen

In ersten Reaktionen verurteilten die USA und Großbritannien die syrischen Chemiewaffeneinsätze und forderten den Sicherheitsrat zum handeln auf. Der UN-Sicherheitsrat hatte Syrien schon 2013 dazu aufgefordert, seine chemischen Waffen zu vernichten. In dem Jahr trat Syrien auch der Chemiewaffenkonvention bei, die Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz solcher Waffen verbietet. Bei einer Verletzung des Abkommens drohen Strafmaßnahmen. Allerdings haben Russland und China im Sicherheitsrat immer wieder Resolutionen gegen Syrien blockiert. (rtr/dpa)