US-Wahl

Auf noch härterem Kurs: Trump baut sein Wahlkampfteam um

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump justiert noch einmal nach und holt neues Personal für seine Kampagne.

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump justiert noch einmal nach und holt neues Personal für seine Kampagne.

Foto: ERIC THAYER / REUTERS

Donald Trump hält offenbar nichts von moderateren Tönen. Nun soll ein Radikalkonservativer seine Umfragewerte wieder auf Kurs bringen.

Washington.  Getrieben von miserablen Umfragewerten und großen Problemen seiner Kampagne baut Donald Trump sein Wahlkampfteam um. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner kündigte am Mittwoch an, Stephen K. Bannon zu engagieren, den bisherigen Chef von Breitbart News. Diese radikalkonservative Website wird von allen geschätzt, denen Fox News zu liberal und zu weich ist.

Bannon hat sich in Washington mit regelrechten Kreuzzügen gegen die Clintons, aber auch gegen die Bushs und das Establishment der Republikaner einen Namen gemacht. Das „Bloomberg Magazine“ beschrieb ihn 2015 als einen der gefährlichsten politischen Strategen der USA.

Aggressivität dürfte noch einmal steigen

Trump war zuletzt angeblich verärgert von Versuchen seiner Berater, ihn auf einen moderateren und präsidentielleren Kurs bringen zu wollen. Noch in der Nacht zum Dienstag sagte er, man müsse authentisch sein, und er werde nicht umschwenken.

„Steve“ Bannon hatte Trump wiederholt in seinem aggressiven und oft nationalistischen Kurs bestärkt. Die „Washington Post“ zitierte Mitarbeiter Trumps: „Nun schnallt euch lieber an.“

Bannon hat seine Arbeit bereits aufgenommen. Sein Engagement bedeutet eine Degradierung für Paul Manafort, Trumps auch wegen früherer Verbindungen nach Moskau und in die Ukraine umstrittenen Wahlkampfleiter. Er bleibt aber in dieser Position an Bord. Manafort war erst vor etwa zwei Monaten zum Wahlkampfchef aufgestiegen, nachdem Trump den bisherigen Leiter Corey Lewandowski gefeuert hatte.

Neben Bannon stellte Trump Kellyanne Conway ein, eine Spezialistin für Umfragen und Daten. Die Trump-Kampagne hat das sehr wichtige Feld der Wählerdaten und -erhebungen bisher fast ganz ignoriert. (dpa/cho)