Syrienkrieg

Unicef warnt: Kindern in Aleppo droht „der stille Tod“

In den wenigen intakt gebliebenen Krankenhäusern von Aleppo werden auch zahlreiche kleine Kinder behandelt. Sie leiden besonders unter dem Wassermangel.

In den wenigen intakt gebliebenen Krankenhäusern von Aleppo werden auch zahlreiche kleine Kinder behandelt. Sie leiden besonders unter dem Wassermangel.

Foto: ABDALRHMAN ISMAIL / REUTERS

In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo herrscht Wassernotstand. Das Kinderhilfswerk der UN fürchtet nun eine humanitäre Katastrophe.

Köln.  Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt vor einem „stillen Tod“ von Kindern in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo infolge akuten Wassermangels. In dem von Regierungstruppen umzingelten Ostteil gebe es nur noch Wasser aus Brunnen, sagte Unicef-Deutschland-Sprecher Rudi Tarneden. Im Westteil sei fließendes Wasser komplett ausgefallen.

Den ohnehin schon schlecht ernährten Kindern drohe bei den hohen Tagestemperaturen Dehydrierung, viele litten unter Durchfall. Wenn sie dann noch verschmutztes Wasser trinken, könne dies zum Tod führen. „Wir sehen die Gefahr ganz klar“, sagte Tarneden: „Wir sind extrem besorgt.“

Viele Kinder leben in Parks und auf der Straße

Bis Anfang August unterstützte Unicef laut Tarneden Partnerorganisationen bei der Impfung von Kindern, etwa gegen Masern und Kinderlähmung. Auch im Ostteil sei es zu diesem Zeitpunkt noch möglich gewesen, dass Mitarbeiter von Tür zu Tür gingen und Impfungen vornahmen. Dann aber sei der Nachschub abgeschnitten worden. Laut Unicef sind viele Kinder unter den rund 35.000 Menschen, die von Ost- nach West-Aleppo geflohen sind und nun in Parks, auf der Straße oder in Moscheen leben. Sie würden über Partnerorganisationen mit Kleidung, Nahrung und sauberem Wasser versorgt. Insgesamt sei Hilfe nur „in begrenztem Maße“ möglich. „Niemand ist mehr sicher“, sagte Tarneden.

In einer Feuerpause von 48 Stunden, wie sie die UN fordern, könnte aus seiner Sicht wenigstens das Umspannwerk der Stadt repariert und so die Wasserversorgung wieder hergestellt werden. Auch wenn 48 Stunden nicht genug seien, alle Menschen ausreichend zu versorgen. „Wir müssen jede Chance nutzen, Erleichterung für die Bevölkerung zu erreichen“, sagte Tarneden. (epd)