US-Wahlen

Trump äußert sich zweideutig zu Waffengewalt gegen Clinton

Donald Trump fällt im US-Wahlkampf immer wieder mit brisanten Äußerungen auf.

Donald Trump fällt im US-Wahlkampf immer wieder mit brisanten Äußerungen auf.

Foto: ERIC THAYER / REUTERS

Donald Trump hat in einer Rede angedeutet, jemand müsse auf Hillary Clinton schießen. In den sozialen Medien ist die Empörung groß.

Washington.  Donald Trump ist erneut mit einer zweideutigen Äußerung im Wahlkampf aufgefallen. Auf einer Kundgebung am Dienstag erklärte er, wenn Hillary Clinton Präsidentin werde, könne sie die Besetzung des Supreme Courts – der höchsten Gerichtes in den USA – so gestalten, dass der Zweite Verfassungszusatz kassiert werden könnte. Darin ist das Recht auf Waffenbesitz verankert – und das ist vielen konservativen Wählern heilig. Trump schlug vor, den Artikel gegen Clinton anzuwenden. Seine Worte waren dabei zweideutig gewählt.

„Hillary will den zweiten Verfassungszusatz abschaffen. Wirklich abschaffen. Falls sie es schafft, ihre Richter auszuwählen, kann man nichts dagegen machen. Obwohl, vielleicht können ja die Verfechter des Zweiten Verfassungszusatzes etwas tun, ich weiß ja auch nicht“, fügte er in Wilmington (North Carolina) hinzu. Von Kritikern wurde dieser Satz so verstanden, dass er über die Anwendung von Schusswaffen gegen Clinton fabulierte.

Trump weist Vorwürfe zurück

„Was Trump sagt, ist gefährlich“, sagte Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook. „Jemand, der Präsident der Vereinigten Staaten werden will, sollte nicht in irgendeiner Weise die Anwendung von Gewalt propagieren.“

Trump-Kampagne kontert

In den sozialen Netzwerken entbrannte eine Debatte über die Äußerung. Die Trump-Kampagne wies die Vorwürfe zurück. Es gehe nur um die Einigkeit der Waffenlobby, die eine große politische Macht entfalte, sagte ein Trump-Sprecher. Trump selbst meldete sich auch mit entsprechenden Tweets, in denen er zugleich auf die Medien schimpfte. Er habe ja nur sagen wollen, dass die Befürworter des zweiten Verfassungszusatzes sich „organisieren“ und wählen gehen sollten, um die Verfassung zu wahren. Die Medien sollten sich lieber mit Clinton befassen.

Waffenlobby springt Trump bei

Unterstützung bekam der republikanische Präsidentschaftsbewerber von der Waffenbesitzervereinigung NRA. Die twitterte, wenn Clinton ins Amt komme und gegen den zweiten Verfassungszusatz gestimmte Richter auswählen könne, dann gebe es nichts, was die NRA tun könne. (dpa/jha)