US-Wahlkampf

CIA-Veteran McMullin tritt gegen Trump und Clinton an

Viele Wähler in den USA lehnen die Kandidaten der großen Parteien für das Präsidenten-Amt ab – Demokratin Hillary Clinton und Republikaner Donald Trump. Jetzt wirft Evan McMullin seinen Hut in den Ring.

Viele Wähler in den USA lehnen die Kandidaten der großen Parteien für das Präsidenten-Amt ab – Demokratin Hillary Clinton und Republikaner Donald Trump. Jetzt wirft Evan McMullin seinen Hut in den Ring.

Foto: DOMINICK REUTER / REUTERS

Evan McMullin kennt in den USA fast niemand. Dennoch will er noch ins Rennen ums Weiße Haus einsteigen – um Donald Trump zu verhindern.

Washington.  Die US-Präsidentschaftswahl im November wird um einen Kandidaten reicher. Der Republikaner Evan McMullinhat am Montag auf seiner Webseite verkündet, als unabhängiger Kandidat gegen den von seiner Partei zum Kandidaten gekürten Donald Trump und die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton anzutreten.

McMullin, ein früherer Soldat und Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA, führt in dem Statement aus, warum seiner Meinung nach weder Clinton („korrupte Karriere-Politikerin, die Amerikaner in Gefahr gebracht hat“) noch Trump („viele sehen ihn zu Recht als die wahre Gefahr für unsere Republik“) akzeptable Präsidenten wären. McMullin, geboren im US-Bundesstaat Utah und gläubiger Mormone, spricht viel über Ethik und Werte und erklärt: „Weil es für unsere Nation um so viel geht kann ich – auch zu diesem späten Zeitpunkt – nicht mehr am Spielfeldrand stehen bleiben. Unser Land braucht eine Führung, die aus den richtigen Gründen dabei ist und die versteht, was diese Land zum großartigsten der Welt macht.“ Deshalb habe er sich entschieden, für die Erneuerung Amerikas und um die Präsidentschaft zu kämpfen.

McMullin hat einem Bericht der „New York Times“ zufolge in mehr als zwei Dutzend Staaten die Fristen verpasst, seine Kandidatur einzureichen, und gilt damit als chancenlos. Bei seiner Kandidatur geht es weniger darum, selbst Präsident zu werden, als vielmehr darum, einen Sieg Trumps zu verhindern – indem er dem 70-Jährigen Stimmen konservativer Wähler nimmt.

Evan McMullin ist der Öffentlichkeit nahezu unbekannt

Der 40-Jährige hat bislang für kein Wahl-Amt kandidiert und war der Öffentlichkeit bis Montag nahezu unbekannt; in der republikanischen Partei war er als Stratege tätig. Zunächst hatte McMullin auf Twitter bekannt gegeben, er stehe auf, um für das Amt des Präsidenten zu kandidieren – „weil es nie zu spät ist, das Richtige zu tun“.

Einem Bericht des TV-Senders ABC zufolge wollte Evan McMullin am Montag die nötigen Papiere einreichen, um als Kandidat anzutreten. Der Sender veröffentlichte als erster ein Statement McMullins’: „In einem Jahr, in dem die Amerikaner den Glauben an die Kandidaten beider großen Parteien verloren haben, ist es an der Zeit, dass eine neue Führungsgeneration antritt. Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun, und Amerika verdient sehr viel Besseres, als Donald Trump oder Hillary Clinton uns bieten können.“ Voller Demut biete er sich als konservative Alternative an.

McMullin kritisiert Donald Trump scharf

In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter kritisiert McMullin Trump seit einigen Wochen scharf. Während Donald Trump weiter Muslime attackiere, wolle er als früherer Geheimdienst-Mitarbeiter allen Amerikanern die Wahrheit sagen, schreibt McMullin etwa auf Facebook: Amerikanische Muslime – und Muslime anderer Nationalitäten – hätten zentrale Rollen bei praktisch jedem Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus gespielt, den die USA seit dem 11. September 2001 verbuchen konnten: „Sie sind eine unersetzliche Stärke in diesem Kampf. Sie als Gruppe anzugreifen, macht Amerika schwächer, nicht stärker.“