Zeitgeschichte

Forscher: Hitler hatte jüngeren Bruder mit Wasserkopf

Adolf Hitler beim Reichsparteitag der Nationalsozialisten 1934 in Nürnberg: Forscher haben neue Erkenntnisse über die frühe Kindheit des späteren Diktators.

Adolf Hitler beim Reichsparteitag der Nationalsozialisten 1934 in Nürnberg: Forscher haben neue Erkenntnisse über die frühe Kindheit des späteren Diktators.

Foto: imago stock&people

Adolf Hitler hat nach neuen Forschungsergebnissen als Kleinkind den Tod eines Bruders miterlebt. Der Säugling litt an einem Wasserkopf.

Braunau.  Forscher haben neue Einzelheiten zur frühen Kindheit des späteren Diktators Adolf Hitler (1889-1945) entdeckt. Danach hat Hitler als Dreijähriger den Tod seines an einem Wasserkopf leidenden Bruders Otto miterlebt. „Inwieweit das Auswirkungen auf das spätere Verhalten Hitlers gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen hatte, ist eine der offenen Fragen“, sagte der Vorsitzende des Vereins für Zeitgeschichte Braunau, Florian Kotanko, am Montag.

Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ wollen am Dienstag ausführlich über den Fall berichten. Kotanko hatte die neuen Details im Archiv der Pfarrei von Braunau, der Heimat der Eltern von Hitler, sowie in den Chroniken der Braunauer Wochenzeitung „Neue Warte am Inn“ gefunden.

Forscher: Lesart der Beziehung zwischen Hitler und seiner Mutter überdenken

Bisher waren die Historiker davon ausgegangen, dass Hitler als Viertgeborener der Familie aufgewachsen ist und den Tod seiner älteren Geschwister Gustav, Ida und Otto nicht erlebt hat. Seine Mutter Klara habe Adolf nach bisheriger Darstellung daher ihre ungeteilte Liebe geschenkt, so Kotanko. Diese Lesart der Mutter-Kind-Beziehung müsse nun überdacht werden. Die veränderte Geschwisterfolge lege den Schluss nahe, dass zumindest in der Schwangerschaft und in den sieben Lebenstagen (17.6.1892-23.6.1892) die Liebe der Mutter auch Otto gegolten habe, sagte Kotanko weiter. (dpa)