US-Präsidentschaft

Donald Trump sammelt weitere Stimmen und muss doch warten

Donald Trump will US-Präsident werden.

Donald Trump will US-Präsident werden.

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Donald Trump ist die Ernennung zum Präsidentschaftskandidaten nicht mehr zu nehmen. Dabei ist er rechnerisch noch nicht ganz durch.

Washington.  Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP hat Donald Trump nun ausreichend Delegiertenstimmen für eine Präsidentschaftskandidatur für die US-Republikaner gesammelt. Bei den jetzt gewonnenen Stimmen handelt es sich allerdings um unabhängige Parteimitglieder, die nicht an Ergebnisse aus dem Vorwahlkampf gebunden sind. Deshalb muss der Milliardär aus New York trotz dieser Stimmen noch bis Anfang Juni mit einer offiziellen Feier warten.

Trump kommt laut dem Agenturbericht nun auf 1238 Delegiertenstimmen – mindestens 1237 sind nötig, um auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner vom 18. bis 21. Juli offiziell als Kandidat ernannt zu werden. Auch der Nachrichtensender CNN hat nachgezählt und kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Trumps quasi schon gewonnen habe.

Doch diese Zählweise hat gleich zwei Haken: Zum einen hat sich keiner der unabhängigen Parteifunktionäre öffentlich geäußert, zum anderen könnten sich die Parteimitglieder bis zum Delegiertentreffen in Cleveland noch umentscheiden. Und so steht Donald Trump weiterhin bei 1150 Stimmen, nach den bisherigen Vorwahlen in 49 Bundesstaaten. Der Sieg ist Trump aber so oder so kaum noch zu nehmen.

Warum Donald Trump trotzdem schon durch ist

Die nächsten Vorwahlen stehen am 7. Juni in Kalifornien, Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota an. Allein der Sieg in Kalifornien würde Donald Trump dann reichen. 172 Delegiertenstimmen sind hier zu ergattern, und Donald Trump konnte Umfragen zufolge den Großteil der Wähler in diesem Staat hinter sich versammeln.

Doch diese Umfragen sind seit dem Ausstieg seiner bisherigen Konkurrenten Ted Cruz (3. Mai) und John Kasich (4. Mai) obsolet geworden. Ohne Gegenkandidaten stellt sich nur noch die Frage, wie hoch der Sieg von Trump bei den ausstehenden Vorwahlterminen ausfällt.

Eine kleine Chance sahen Trump-Kritiker lange Zeit noch in Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses und damit einer der höchsten Amtsträger der Republikaner. Da sich Ryan bis heute offiziell nicht zu Trump bekannt hat, vermuteten Beobachter lange, dass er beim republikanischen Parteitag im Juli eine eigene Kandidatur anstreben könnte. Doch im April hatte Ryan diesen Kunstgriff dann ausgeschlossen. Dieser wäre auch nur möglich, wenn einer der republikanischen Kandidaten in einem ersten Wahlgang nicht die 1237 notwendigen Stimmen erreicht. Bei dem gegenwärtigen Durchmarsch von Trump ist dieses Szenario selbst theoretisch weitestgehend ausgeschlossen. (mit dpa-Material)