Linke

Neuer Streit in der Linkspartei – Wagenknecht kontert Gysi

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, hält nichts von einem gemeinsamen Kanzlerkandidaten mit SPD und Grünen. Ihr Vorgänger Gregor Gysi sieht das anders.

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, hält nichts von einem gemeinsamen Kanzlerkandidaten mit SPD und Grünen. Ihr Vorgänger Gregor Gysi sieht das anders.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Linken-Spitzenpolitikerin Sahra Wagenknecht widerspricht Gregor Gysi: Eine rot-rot-grüner Kanzlerkandidat sei mit ihr nicht machbar.

Berlin.  Linke-Bundestagsfraktionschefin Sahra Wagenknecht kontert die Kritik ihres Vorgängers Gregor Gysi. „Wir haben SPD und Grünen seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit zur Wiederherstellung des Sozialstaates und eine friedliche Außenpolitik angeboten“, sagte Wagenknecht unserer Redaktion. „Aber ein gemeinsamer Kanzlerkandidat mit Parteien, die bis heute für Sozialabbau, Armutsrenten, prekäre Jobs, TTIP und Waffenexporte in Kriegsgebiete stehen, würde die Linke tatsächlich saft- und kraftlos machen“, so Wagenknecht.

Damit bezog sich Wagenknecht auf Gysi, der zuvor gesagt hatte, die Linke sei aktuell „saft- und kraftlos“. Zudem hatte sich Gysi kürzlich für einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und Linken stark gemacht. „Ich kann mir durchaus einen gemeinsamen Kandidaten vorstellen. Der böte eine echte Alternative“, sagte Gysi dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Jeder kämpft für sich“

Dem SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel warf der Linken-Politiker vor, allenfalls eine Scheinkanzlerkandidatur anzustreben: „Wenn Sigmar Gabriel lediglich Stellvertreter von Angela Merkel bleiben will, sollte er es lieber sein lassen.“

Vor einem gemeinsamen Kandidaten müssten sich die drei Parteien laut Gysi allerdings auf einige elementare gemeinsame Punkte verständigen. Er nannte die Haltung zu Waffenexporten, künftigen Kriegen, prekärer Beschäftigung, zur Rente und zu ökologischer Nachhaltigkeit. „Jeder kämpft für sich, aber in diesen Fragen wäre man sich schon einig“, so Gysi. (gau/dpa)