Regierungsstreit

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon tritt zurück

Zuletzt zerstritten: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der bisherige Verteidigungsminister Mosche Jaalon, hier im November 2015 bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem.

Zuletzt zerstritten: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der bisherige Verteidigungsminister Mosche Jaalon, hier im November 2015 bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem.

Foto: Ronen Zvulun/Pool / dpa

Es war abzusehen: Mosche Jaalon zieht sich aus der israelischen Regierung zurück. Sein Nachfolger wird wohl ein altbekannter Hardliner.

Jerusalem.  Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon hat am Freitag seinen Rücktritt angekündigt. Ihm fehle nach den jüngsten Entwicklungen das Vertrauen in Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, erklärte Jaalon.

„Leider haben extremistische Kräfte die Kontrolle unseres Landes und des Likud an sich gerissen.“ Er werde eine politische Auszeit nehmen, in Zukunft jedoch für die Führung des Landes kandidieren, sagte der 65-jährige ehemalige Generalstabschef.

Zuvor war in politischen Kreisen berichtet worden, Netanjahu wolle Jaalon durch den ultranationalistischen Ex-Außenminister Avigdor Lieberman ersetzen. Damit würde Netanjahu Liebermans Partei Israel Beitenu in die Regierungskoalition unter Führung des Likud-Blocks holen und so die bisher nur hauchdünne Parlamentsmehrheit ausbauen.

Beziehungen zu den USA könnten sich weiter verschlechtern

Die strategische Kabinettsumbildung könnte das Vertrauen des Westens in die israelische Regierung schmälern. Schließlich pflegte Jaalon die Beziehungen zum Verteidigungsministerium in Washington. Das Verhältnis zwischen US-Präsident Barack Obama und Israels Ministerpräsident Netanjahu hatte im Konflikt über Nahost-Friedensgespräche und die Annäherung an den Iran stark gelitten.

Lieberman ist bekannt für seinen harten Kurs gegenüber den Palästinensern. Seine Ernennung wurde von Netanjahu bisher noch nicht offiziell bestätigt. (rtr/dpa)