Drogenaffäre

Volker Beck zur Drogenaffäre: „Das war mir eine Lehre“

Der Grünen-Politiker Volker Beck bei einer Veranstaltung in Berlin. Er ruft in einem Interview dazu auf, in Politikern keinen Heiligenersatz zu sehen.

Der Grünen-Politiker Volker Beck bei einer Veranstaltung in Berlin. Er ruft in einem Interview dazu auf, in Politikern keinen Heiligenersatz zu sehen.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Eine „verdammt schwere Zeit“: Nach dem Drogenfund äußert sich der Bundestagsabgeordnete Volker Beck erstmals in der Öffentlichkeit.

Berlin.  Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck spricht das erste Mal über seine Drogenaffäre: „Das war mir eine Lehre“, sagte der 55-Jährige dem Kölner „Express“. Die Krise sei eine „verdammt schwere Zeit“ gewesen. Aber er habe auch erfahren, auf wen er wirklich zählen und sich verlassen könne. „Das ist ein Geschenk, ein Schatz, der mein Leben bereichert.“

Beck war Anfang März mit einer kleinen Menge Drogen aufgegriffen worden. Er stellte daraufhin seine Fraktionsämter zur Verfügung. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde inzwischen gegen eine Zahlung von 7000 Euro eingestellt. Die Bundestagsfraktion der Grünen entschied in dieser Woche, dass Beck religionspolitischer Sprecher bleibt und aus seinem früheren Amt als innenpolitischer Sprecher die Zuständigkeit für Migrationsfragen behält.

Politiker sind kein „Heiligenersatz“

Beck ruft dazu auf, in Politikern keinen „säkularen Heiligenersatz“ zu sehen. Politiker sollten vielmehr daran gemessen werden, ob sie sich nach Wahlen ernsthaft für das einsetzten, was sie vorher versprochen hätten. Solange man niemand anderem schade, gehe das Privatleben die Öffentlichkeit nichts an, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir sind nicht besser oder schlechter als andere Menschen.“

Der Politiker zieht Konsequenzen. „Ich werde künftig versuchen, achtsamer mit mir selber umzugehen, mit meiner Gesundheit und den Menschen, die mir etwas bedeuten“, sagte er Zeitung. (dpa/les)