US-Präsident

Obama: Europa muss in Syrien und Irak mehr Flagge zeigen

Der amerikanische Präsident Barack Obama stellte bei seiner Rede in Hannover deutliche Anforderungen an die Europäer.

Der amerikanische Präsident Barack Obama stellte bei seiner Rede in Hannover deutliche Anforderungen an die Europäer.

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Obama nimmt die Europäer in die Pflicht: In den Krisenherden Syrien und Irak sollen sie sich stärker engagieren, so der US-Präsident.

Hannover.  US-Präsident Barack Obama hat Europa und die Nato aufgefordert, sich stärker in den von Bürgerkriegen erschütterten Staaten Syrien und Irak zu engagieren. „Europa und die Nato können noch mehr tun“, sagte Obama am Montag in einer Rede in Hannover. In Syrien und im Irak müssten mehr Nationen zum Kampf, zu Ausbildung und Aufbau beitragen. Es brauche „mehr wirtschaftliche Hilfe für Irak, damit der Extremismus bekämpft werden kann“.

Terroristen wollten Städte und Menschen in Europa und den USA treffen. Der Westen müsse seine Lebensweise verteidigen gegen Hass. Es müssten Lücken geschlossen werden, damit Terroranschläge wie in Brüssel und Paris nicht passierten. Die USA verfügten über mächtige Streitkräfte - die besten, die die Welt je gesehen habe. Die Probleme könne aber niemand alleine lösen. Die Terrormiliz Islamischer Staat nannte Obama die größte Bedrohung.

250 zusätzliche US-Soldaten nach Syrien

Der Präsident kündigte an, bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien zu schicken. Sie sollen örtliche Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen, hatte zuvor der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes mitgeteilt. Die kleinen Teams seien sehr effektiv darin, moderate Rebellen zu unterstützen.

„Natürlich sind Spezialkräfte immer Kampftruppen. Sie können in Kämpfe verwickelt werden, haben aber keinen Kampfauftrag“, sagte Rhodes. Bisher waren rund 50 Angehörige von US-Spezialeinheiten am Boden in Syrien aktiv. Obama sagte: „Das Leiden des syrischen Volkes muss ein Ende haben.“ (dpa)