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Woher das Foto für Steinbachs fremdenfeindlichen Tweet kam

Die Politikerin Erika Steinbach (CDU) bei einem Termin im Jahr 2014.

Die Politikerin Erika Steinbach (CDU) bei einem Termin im Jahr 2014.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die CDU-Frau Erika Steinbach nutzte ein privates Foto für einen fremdenfeindlichen Tweet. Der NDR fand die Urheber: Die sind entsetzt.

Hamburg.  Dieses Foto sorgte für Aufsehen: Ein Kleinkind mit weißer Haut und blonden Haaren, umringt von einer Gruppe junger Mädchen mit dunkler Haut und schwarzen Haaren. Ende Februar twitterte die Menschenrechtsbeauftragte der CDU, Erika Steinbach, dieses Bild, versehen mit der Bildbeschriftung: „Deutschland 2030 – Woher kommst du denn?“.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Weißen werden weniger, sie werden bald die Exoten sein, und das ist ein Problem für Steinbach. Für andere dagegen ist Steinbachs fremdenfeindliche Interpretation des Fotos ein Problem, auch die CDU-Spitze um Kanzlerin Angela Merkel hatte sich rasch nach dem Tweet davon distanziert. Entsetzt sind aber vor allem die Urheber, die nun gefunden wurden.

„Wir sind sehr traurig, dass das Bild für solche Propaganda verwendet wird. Wir hatten genau das Gegenteil im Sinn“, zitiert der NDR die Macher des Fotos, ein Paar aus Australien. Das Medienmagazin „Zapp“ hatte wochenlang nach den Urheber gesucht und das Paar nun gefunden. Demnach zeigt das Foto im Original den Sohn der Familie bei dem Besuch eines Waisenhauses in Indien, bei dem Spenden übergeben wurden.

„Das unterstützen wir auf gar keinen Fall“

Später hätten sie das Bild in einer Online-Fotocommunity hochgeladen. Der Vater sagte gegenüber „Zapp“: „Das Foto entstand in einem sehr schönen Moment voller Liebe und Freude. Er zeigt das Miteinander verschiedener Kulturen und von Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen. Das auf eine negative Weise zu verwenden, unterstützen wir auf gar keinen Fall.“

Laut NDR-Recherchen dient das Bild mindestens seit 2012 Fremdenfeinden, um im Netz Stimmung gegen Migranten zu machen. Um die Urheberrechte kümmerte sich dabei bisher offenbar keiner. Auch Steinbach scheint das Gesetz für nicht besonders wichtig zu halten. Nachdem sie das Bild getwittert hatte, erklärte sie, sie habe das Bild von einem „besorgten Vater“ per Mail erhalten und weiterverbreitet.

Auch jetzt zeigt die Politikern sich wenig besorgt um die Rechte der australischen Familie, deren privates Foto sie für ihre Polemik missbraucht: „Haben Medien in diesen Zeiten sonst keine Sorgen?“, twitterte sie trotzig nach der „Zapp“-Sendung am Mittwochabend. (dpa/she)