Flüchtlinge

Rotes Kreuz fürchtet in Idomeni Eskalation und Todesopfer

Drastisches Zeichen des Protests: Am Dienstag hatten sich zwei Flüchtlinge im Lager Idomeni selbst angezündet.

Drastisches Zeichen des Protests: Am Dienstag hatten sich zwei Flüchtlinge im Lager Idomeni selbst angezündet.

Foto: KOSTAS TSIRONIS / REUTERS

Flüchtlinge verweigern das Essen, blockieren die Autobahn, zünden sich an. Die Situation im griechischen Lager Idomeni ist explosiv.

Athen.  Die Lage im Flüchtlingskamp von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze und der Umgebung spitzt sich zu. „Ich fürchte, es könnte zu einer Explosion kommen“, sagte die Sprecherin des Rotes Kreuzes aus Idomeni, Despoina Filippidaki, am Donnerstagmorgen der Nachrichtenagentur dpa.

„Einige Migranten – überwiegend junge Leute – blockieren Straßen und wir können unsere humanitäre Hilfe nur unter schwierigsten Bedingungen verteilen“, fügte sie hinzu. Die Migranten wollen nach Mitteleuropa weiterfahren und protestieren gegen die Schließung der Grenze zu Mazedonien, der ersten Station der Balkanroute Richtung Norden.

Hilfsorganisationen protestieren

Auch der Sprecher der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), Antonis Rigas, sagte im griechischen Fernsehen, viele Migranten seien mit den Nerven am Ende und hätten in den vergangenen Tagen Mitarbeiter humanitärer Organisationen bedroht. „Wir mussten unsere Mitarbeiter abziehen. Heute werden wir versuchen, wieder ins Camp zu gehen“, sagte Rigas am Donnerstag.

Reporter griechischer Medien haben beobachtet, dass sogenannte Aktivisten immer wieder den Migranten raten, Straßen zu blockieren, um die internationale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es seien die gleichen Leute, die vor zwei Wochen die Migranten zu einem Überschreiten der Grenze zu Mazedonien über unwegsames Gelände bewegt hatten, hieß es. (dpa)