Regierungskrise

Brasiliens Regierung warnt Botschafter vor Putschgefahr

Seit Monaten protestieren die Brasilianer gegen ihre Regierung. Im Fokus steht dabei Präsidentin Dilma Rousseff, deren Amtsenthebung nach einem massiven Korruptionsskandal gefordert wird.

Seit Monaten protestieren die Brasilianer gegen ihre Regierung. Im Fokus steht dabei Präsidentin Dilma Rousseff, deren Amtsenthebung nach einem massiven Korruptionsskandal gefordert wird.

Foto: Sebastiao Moreira / dpa

In Brasilien gibt es massive Proteste gegen Staatspräsidentin Rousseff. Die Regierung fürchtet den Machtwechsel – und schlägt Alarm.

Brasília.  In einem Rundschreiben an alle Botschaften im Ausland hat Brasiliens Außenministerium vor einem möglichen Putsch im fünftgrößten Land der Welt gewarnt. Darin würden die Diplomaten darüber informiert, dass bestimmte Medienkonzerne und einflussreiche Unternehmen versuchen würden, die legal, bis Ende 2018 gewählte Regierung von Staatspräsidentin Dilma Rousseff zu Fall zu bringen, berichtete das Portal „O Globo“.

Das Außenministerium erklärte, das Schreiben der Abteilung für auswärtige Beziehungen sei nicht autorisiert gewesen. Mitarbeiter der Botschaften sollten damit wohl ermutigt werden, in Gesprächen mit Vertretern der Gastländer auf die Gefahr einer Destabilisierung Brasiliens hinzuweisen. Brasilien durchlebt derzeit eine der schwersten Regierungskrisen seit vielen Jahren.

Korruption und Rezession

Rousseff hat nur noch zehn Prozent Zustimmung, zuletzt gingen Millionen Menschen für eine Amtsenthebung auf die Straße. Neben einem Korruptionsskandal muss Rousseff gegen eine tiefe Rezession kämpfen, ihre Regierung ist nahezu handlungsunfähig.

Der als Befreiungsschlag gedachte Wechsel des Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva als Kabinettschef in die Regierung droht wegen laufender Korruptionsermittlungen zu scheitern. Mehrere Richter haben das schon abgelehnt, nun soll in Kürze der Oberste Gerichtshof final entscheiden. Gegen Lula wird unter anderem wegen des Verdacht auf eine mögliche Begünstigung durch einen Baukonzern bei einem Apartment am Atlantik ermittelt. (dpa)