Umfrage

Rekordergebnis für AfD im bundesweiten Wahltrend

Ein Wahlplakat der AfD mit der Aufschrift "Es reicht! Sachsen-Anhalt wählt AfD" – bei der Landtagswahl am Sonntag wurde die rechtspopulistische Partei auf Anhieb zweitstärkste Kraft.

Ein Wahlplakat der AfD mit der Aufschrift "Es reicht! Sachsen-Anhalt wählt AfD" – bei der Landtagswahl am Sonntag wurde die rechtspopulistische Partei auf Anhieb zweitstärkste Kraft.

Foto: Jens Wolf / dpa

Wären am Sonntag Bundestagswahlen, würde die AfD drittstärkste Kraft. Charlotte Knobloch fordert ein Anti-AfD-Konzept der Parteien.

Hamburg.  In der ersten Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und „Stern“ nach den Landtagswahlen in drei Bundesländern kommt die AfD auf ihr bisher bestes Ergebnis: Wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt werden würde, könnte die AfD mit 11 Prozent als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen.

CDU/CSU liegen weiterhin bei 35 Prozent. Eingebüßt hat dagegen die SPD im Vergleich zur Vorwoche. Sie kommt nur auf 22 Prozent. Auch die Grünen verlieren einen Punkt und kommen auf 10 Prozent. Die Linke und die FDP gewinnen einen Punkt und kommen auf 10 Prozent bzw. sieben Prozent.

Knobloch fordert umfassendes Konzept

Auf Anhieb zweistellige Ergebnisse bei den Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, in Sachsen-Anhalt zudem mit 24,2 Prozent zweitstärkste Kraft: Angesichts der Erfolge der rechtspopulistischen Partei fordert die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, von den etablierten Parteien konkrete Maßnahmen gegen die AfD.

„Ich erwarte von den demokratischen Parteien jetzt schleunigst ein nachhaltiges Konzept, wie dieser verheerende Trend gestoppt werden kann“, sagte Knobloch dem „Handelsblatt“. Mit dem Einzug in drei weitere Landtage erhalte die AfD noch mehr Aufmerksamkeit, finanzielle Mittel und eine größere Plattform für ihre „kruden“ Thesen.

„Dieser Wahltag war kein guter Tag für unser Land, in dem rassistische, völkisch-nationalistische, rechtsextreme und antisemitische Töne immer lauter und schriller werden“, sagte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden. Zwar sei es in Deutschland bislang gelungen, den europaweit erkennbaren Trend zum Rechtspopulismus einzudämmen, doch habe sich dies mit der Flüchtlingskrise geändert. (dpa/she)