US-Vorwahl

Münze entscheidet in Iowa über den Sieg von Hillary Clinton

Hillary Clinton hätte wohl nicht gedacht, dass es in Iowa so knapp wird. In einigen Wahlbezirken gewann sie wegen einer Münze.

Hillary Clinton hätte wohl nicht gedacht, dass es in Iowa so knapp wird. In einigen Wahlbezirken gewann sie wegen einer Münze.

Foto: ADREES LATIF / REUTERS

Die Regeln für die Vorwahlen der US-Demokraten in Iowa machen es möglich. Bei einem Patt entscheidet in einzelnen Bezirken das Glück.

West Davenport.  Manchmal reicht am Ende das Glück: In mindestens zwei Wahlbezirken in Iowa hat die Münze darüber entschieden, ob Hillary Clinton oder der linke Parteirebell Bernie Sanders die Stimmen bekommt. So viel vorweg: Das Glück war klar auf einer Seite.

Andrew Tadlock, Bewohner von West Davenport, sagte einigen US-Medien, die Auszählung habe jeweils 81 Stimmen für beide Kandidaten ergeben. Am Ende sei eine Münze geworfen worden, schrieb er auf Twitter. Hillary Clinton hatte mehr Glück als Sanders und gewann.

Ähnlich war es offenbar auch in der Gemeinde Polk County: 61 Stimmen für Clinton, ebenso viele für Sanders. Auch hier entschied das Glück, die Münze landete auf dem Kopf. „Also ist unser offizieller Kandidat für diesen Bezirk Hillary Clinton“, sagt eine Frau in dem Video. „Es war sehr, sehr knapp.“ Jubel in der Turnhalle der Weeks Realschule.

Dass eine Münze das Wahlergebnis in einem Bezirk entscheiden kann, liegt an den Regeln für die als „caucuses“ bezeichneten Vorwahlen der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa. In dem Regelwerk steht: Für den Fall, dass es zwischen zwei oder mehr Gruppierungen unentschieden steht, soll eine Münze entscheiden.

Die Wahl der Demokraten in Iowa ging denkbar knapp aus: Clinton, die sich am frühen Morgen (Ortstzeit) zur Siegerin erklärte, kam nach 99 Prozent der gemeldeten Stimmen auf 49,9 Prozent – Sanders auf 49,6 Prozent. Der dritte demokratische Kandidat, Martin O’Malley, landete nur bei 0,6 Prozent und gab noch in der Nacht auf.

Sanders hatte im Wahlkampf in Iowa vor allem junge Wähler mobilisiert und der als haushohe Favoritin geltenden Ex-Außenministerin Clinton einen ziemliche Dämpfer verpasst. Das dürfte bei Clinton Erinnerungen an das Jahr 2008 wachrufen: Damals hatte sie bei der ersten Vorwahl in Iowa überraschend gegen den späteren Sieger Barack Obama verloren.