Rechtsterrorismus

Ärger im NSU-Prozess – Termine für nächste Woche gekippt

Wie geht es weiter mit ihrem Prozess? Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, zwischen ihren Anwälten Hermann Borchert (links) und Mathias Grasel.

Wie geht es weiter mit ihrem Prozess? Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, zwischen ihren Anwälten Hermann Borchert (links) und Mathias Grasel.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Neue Verzögerung im NSU-Prozess: Nach neuen Anträgen der Verteidiger kippte das Gericht am Freitag alle Termine für die nächste Woche.

München.  Der NSU-Prozess am Oberlandesgericht (OLG) München wird einmal mehr unterbrochen. Alle Termine für die kommende Woche wurden abgesetzt, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Wie es danach weitergeht, soll Ende kommender Woche feststehen.

Hintergrund der Unterbrechung sind zwei Befangenheitsanträge des Angeklagten Ralf Wohlleben gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl und die Beisitzerin Michaela Odersky. Begründet sind sie mit der angeblich schroffen Verhandlungsführung. Außerdem habe er das Gefühl, seine Verteidigung werde gering geschätzt, ließ Wohlleben über seine Anwältin mitteilen.

Hauptangeklagte Beate Zschäpe will Anwälte loswerden

Offen ist außerdem noch ein Antrag der Hauptangeklagten Beate Zschäpe auf Entlassung ihrer Alt-Anwälte Anja Sturm, Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl. Das Verhältnis zwischen ihnen gilt als zerrüttet, Zschäpe hat mit Mathias Grasel und Hermann Borchert inzwischen zwei weitere Verteidiger an ihrer Seite.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und muss sich als mutmaßliche Mittäterin für die Serie von zehn Morden vor allem an Kleinunternehmern mit ausländischen Wurzeln und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten. (dpa)