Weihnachtsansprache

Gauck warnt vor Polarisierung in Flüchtlingsdebatte

Der Bundespräsident Joachim Gauck bei der Aufzeichnung seiner Weihnachtsansprache.

Der Bundespräsident Joachim Gauck bei der Aufzeichnung seiner Weihnachtsansprache.

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Der Bundespräsident warnt in seiner Weihnachtsansprache vor einer Überspitzung der Flüchtlingsdebatte. Den vielen Helfern dankte er.

Berlin.  Bundespräsident Joachim Gauck hat vor einer Polarisierung in der Flüchtlingsdebatte gewarnt. „Wir sind es, die Lösungen finden werden, die unseren ethischen Normen entsprechen, und den sozialen Zusammenhalt nicht gefährden“, sagte Gauck laut vorab verbreitetem Redemanuskript in seiner Weihnachtsansprache. Er forderte Entscheidungen, „die das Wohlergehen der eigenen Bürger berücksichtigen, aber nicht die Not der Flüchtlinge vergessen“.

Gegenwärtig belaste viele die Heftigkeit der Debatte über den Umgang mit den Flüchtlingen, sagte Gauck. „Der Meinungsstreit ist keine Störung des Zusammenlebens, sondern Teil der Demokratie“, sagte Gauck. „Lassen Sie uns einen Weg beschreiten heraus aus falschen Polarisierungen.“ Die Weihnachtsansprache wird traditionell am 1. Weihnachtsfeiertag kurz nach 19 Uhr ausgestrahlt.

Dank an die Helfer

Zugleich verurteilte der Bundespräsident die Übergriffe gegen Flüchtlinge scharf. „Gewalt und Hass sind kein legitimes Mittel der Auseinandersetzung, Brandstiftung und Angriffe auf wehrlose Menschen verdienen unsere Verachtung und verdienen Bestrafung.“

Gauck dankte zugleich den vielen Helfern, die tausendfach Essen, Trinken, Decken, Kleidung gebracht, Sprachkurse organisiert und Behördengänge unterstützt hätten. „Sie alle sind zum Gesicht eines warmherzigen und menschlichen Landes geworden.“ Wo die Behörden an ihre Grenzen gekommen seien, hätten Bürger die Menschen willkommen geheißen.

Erinnerung an Konflikte und Kriege

In schwierigen Zeiten helfe das Weihnachtsfest selbst mit seiner Botschaft, Wege der Mitmenschlichkeit zu finden, sagte Gauck. Er denke an Weihnachten besonders an Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt werden.

In seiner Ansprache erinnerte Gauck unter anderem an den Flugzeugabsturz in den französischen Alpen mit vielen deutschen Opfern sowie an die Konflikte und Kriege in der Ukraine, Syrien, Afghanistan und Teilen Afrikas. Das Jahr sei in hohem Maß gekennzeichnet gewesen „von Unglück, von Gewalt, Terror und Krieg“, sagte Gauck. (dpa)

Freitag, 25. Dezember, ZDF um 19:08 Uhr