Terrorismus

Pariser Attentate laut Premier Valls von Syrien aus geplant

Premierminister Manuel Valls rief die französische Bevölkerung am Montag zu „Wachsamkeit“ auf. Das Verhalten jedes einzelnen werde sich durch „diese terroristische Bedrohung verändern“.

Premierminister Manuel Valls rief die französische Bevölkerung am Montag zu „Wachsamkeit“ auf. Das Verhalten jedes einzelnen werde sich durch „diese terroristische Bedrohung verändern“.

Foto: Etienne Laurent / dpa

Die Terror-Anschläge in Paris sind laut Premier Valls von Syrien aus organisiert worden. Es drohten weitere Attentate, sagte Valls.

Paris.  Die Terrormiliz Islamischer Staat bereitet nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls weitere Anschläge auf europäische Länder vor. „Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder“, sagte Valls am Montagmorgen dem Sender RTL. Der Premier kündigte an, Moscheen und radikale Vereinigungen schließen zu lassen, in denen „gegen die Werte der Republik verstoßen“ wird. „Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit“, betonte Valls.

Als Hauptverantwortlicher der Attentate wurde der Belgier Abdelhamid Abaaoud identifiziert. Das berichtet der französische Radiosenders RTL. Abaaoud stamme – wie zwei der in Paris umgekommenen Attentäter – aus dem Brüsseler Problembezirk Molenbeek. Zu einem von ihnen soll der 27-Jährige in direktem Kontakt gestanden haben. Abaaoud ist laut Medienberichten ein bekannter IS-Terrorist.

Anschläge wurden von Syrien aus geplant

Die Terroranschläge in Paris seien von Syrien aus „organisiert“ und „geplant“ worden. Frankreich werde zudem lange mit der Bedrohung durch den Terrorismus leben müssen. Er könne auch weitere Anschläge in den kommenden Tagen oder Wochen nicht ausschließen, nachdem am Freitagabend bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mindestens 132 Menschen getötet und über 350 verletzt wurden.

Die Bevölkerung Frankreichs rief der Premierminister zu „Wachsamkeit“ auf. Das Verhalten jedes einzelnen werde sich durch „diese terroristische Bedrohung verändern“. Im Zuge der Ermittlungen fanden Montagnacht in ganz Frankreich 150 Razzien statt. Im Rahmen des nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustands fanden in Bobigny, Toulouse, Grenoble und anderen Städten Frankreichs dutzende Hausdurchsuchungen im islamistischen Milieu statt. Bei einer Razzia in Lyon konnte die Polizei unter anderem einen Raketenwerfer und andere Waffen sicherstellen. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Valls bekräftigte, Frankreich wolle den IS zerstören. Die Miliz könne „diesen Krieg gegen uns nicht gewinnen“, aber sie versuche, Frankreich zu schwächen. Die französische Luftwaffe hatte die Terrormiliz am Sonntag in deren syrischer Hochburg Al-Rakka massiv angegriffen. (jha/dpa)