Anschlagsserie

Die ersten Attentäter von Paris sind identifiziert

Überall auf der Welt gedachten Menschen der Toten von Paris, hier vor der französischen Botschaft in Santiago de Chile.

Überall auf der Welt gedachten Menschen der Toten von Paris, hier vor der französischen Botschaft in Santiago de Chile.

Foto: Sebastian Silva / dpa

Es waren acht Männer, die Entsetzen und Tod über Paris brachten. Die ersten drei von ihnen kennt die Polizei jetzt, einen sogar gut.

Paris.  Die Ermittler in Frankreich konnten inzwischen einige der acht Attentäter identifizieren. Es soll sich unter anderem um einen jungen Franzosen handeln, der den Behörden in Frankreich bereits als Extremist bekannt war. Zudem wurden ein Ägypter und ein Syrer identifiziert. Der Mann aus Syrien soll erst Anfang Oktober als Flüchtling über Griechenland nach Europa eingereist sein. Die Namen der Attentäter sind bislang nicht öffentlich geworden.

Alle acht Attentäter starben nach Polizeiangaben bei den Anschlägen – sieben durch am Körper befestigte Sprengstoffgürtel, einer offenbar durch Polizeibeamte während der Erstürmung einer Konzerthalle.

Pässe bei Attentätern gefunden

Den Franzosen konnten die Behörden demnach anhand seiner Fingerabdrücke identifizieren. Er soll Verbindungen zu islamischen Netzwerken gehabt haben und aus dem Vorort Courcoronnes im Süden von Paris stammen. Das berichtet der britische „Guardian“ mit Verweis auf die französischen Behörden.

Ermittler sagten französischen Medien, bei zwei der Selbstmordattentäter seien nach den Anschlägen Pässe gefunden worden: ein syrischer und ein ägyptischer. Der Syrer sei demnach 1970 geboren. Nach Angaben des stellvertretenden Polizeiministers von Griechenland war der Mann Anfang Oktober als Flüchtling über die griechische Insel Leros nach Europa gekommen. Man sei sich nicht sicher, ob der Ausweis auch in anderen Ländern geprüft worden sei, durch die der Mann möglicherweise gereist sei, sagte Nikos Toskas, Griechenlands Heimatschutzminister.

Festnahmen in Belgien

In Frankreich gab es laut der Behörden bislang keine Festnahmen. In Belgien hingegen nahmen Ermittler nach Hausduruchsuchungen mehrere Menschen fest. Auch in London gab es eine Verhaftung. Am Flughafen Gatwick wurde ein Franzose festgesezt. Er soll eine Schusswaffe bei sich getragen habe. Ob ein Zusammenhang zu den Terrorangriffen in Paris besteht, war zunächst nicht klar.

Eine Spur führt auch nach Deutschland: Nach Medieninformationen haben Fahnder der Polizei im bayerischen Rosenheim vor wenigen Tagen einen Mann aus Montenegro festgenommen. Er gehört demnach vermutlich zum Kreis der Attentäter von Paris. Der Mann soll sich auf dem Weg nach Paris befunden haben. Unmittelbar nach der Festnahme habe das Bayerische Landeskriminalamt mit den französischen Behörden Kontakt aufgenommen und sie über Details informiert. (sdo)