Wirtschaftsabkommen

Angela Merkel in China: Milliarden-Deal für Airbus

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu Besuch in China. Auf der Agenda stehen die Flüchtlingskrise und Abkommen mit der deutschen Wirtschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu Besuch in China. Auf der Agenda stehen die Flüchtlingskrise und Abkommen mit der deutschen Wirtschaft.

Foto: POOL / REUTERS

Riesiges Geschäft zu Beginn der China-Reise von Angela Merkel: Airbus soll 130 Flugzeuge liefern. Es ging aber auch um Flüchtlinge.

Peking.  Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Donnerstagmorgen in Peking offiziell zu ihrem achten Besuch in der Volksrepublik China empfangen worden. Sie zog sich mit Ministerpräsident Li Keqiang zu Beratungen zurück. In den Gesprächen einigte man sich auf eine enge Kooperation zwischen China und Deutschland in der Syrien-Krise. Auch eine Reihe von Wirtschaftsabkommen wurden unterzeichnet – teilweise in Milliardenhöhe.

Im Mittelpunkt stand bei den Beratungen der Konflikt in der Syrienkrise. „Eine Lösung ist dringlicher denn je“, sagte Chinas Premier. Er sei fest davon überzeugt, dass die Staatengemeinschaft, die EU und Deutschland mit vereinten Kräften in der Lage sind, die Krise zu überwinden. Er hoffe, dass die gemeinsamen Anstrengungen und Vorschläge zu Fortschritten führten. „Wir werden unseren Beitrag zur Lösung des Syrien-Konflikts leisten“, sagte Li Keqiang. Er versprach mehr humanitäre chinesische Hilfe für die Länder in der Region, die viele Flüchtlinge unterbringen und versorgen müssen. China nimmt auch am Freitag am Syrien-Gipfel in Wien teil.

China will Flüchtlingshilfe leisten

Die Kanzlerin begrüßte, „dass es jetzt Anzeichen für Gesprächsformate gibt“. Je schneller den Menschen in Syrien geholfen werden könne, umso besser. „Angesichts der 300.000 Toten und Millionen von Flüchtlingen drängt die Zeit“, sagte Merkel. „Wir setzen auf eine diplomatische und politische Lösung.“ Auch Chinas Premier sagte, angesichts der vielen Flüchtlinge sei es dringlich, „der Situation Herr zu werden“.

Um die Stabilität in der Region wiederherzustellen, sei es auch notwendig, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Krisen-Ländern voranzubringen, sagte Li Keqiang. Die Armut müsse bekämpft werden. China werde dafür auch den Ursprungsländern der Flüchtlinge Hilfe leisten. Der Premier zeigte sich „zutiefst besorgt“ über die Flüchtlingskatastrophe in Deutschland und Europa. „Das hat uns schmerzlich getroffen.“ Gerade vor dem bevorstehenden Winter wolle China neue Hilfe anbieten.

Milliardendeal unterzeichnet

Neben der Syrienkrise drehte sich in den Gesprächen alles um Wirtschaftsthemen. Abkommen mit größerem Volumen wurden zwischen den Staaten vorab nicht erwartet. Umso überraschender ist es, dass nun doch milliardenschwere Vereinbarungen unterzeichnet wurden. Allein Airbus vereinbarte die Lieferung von insgesamt 130 Flugzeugen mit einem Listenpreis von 17 Milliarden US-Dollar (15,5 Mrd. Euro), wie ein Firmenvertreter der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Es ist einer der größten Aufträge, die China bisher abgeschlossen hat.“ Es geht um 100 Maschinen vom Typ A320 und 30 weitere vom Typ A330, die zwischen 2016 und 2018 geliefert werden sollen.

Beide Regierungschefs vereinbarten außerdem eine weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Kooperation. Zu den Wirtschaftsabkommen gehört eine Kooperation der Frankfurter Börse mit dem Shanghaier Aktienmarkt zum Aufbau eines Joint Ventures. Befürchtungen, Deutschland könne die führende Rolle als Pekings Wirtschaftspartner in der EU verlieren, widersprachen beide Seiten. Merkel betonte, Deutschland sei in China sehr gut aufgestellt und selbstbewusst.

Merkel von 20-köpfiger Wirtschaftsdelegation begleitet

Die Sorge war aufgekommen, nachdem Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping jüngst in London hofiert worden war. Premier Li sagte auf eine Frage, China wolle in diesem Zusammenhang nicht von einem „Schönheitswettbewerb“ sprechen. Es gehe lediglich darum, neue Kooperationsmöglichkeiten zu suchen.

Die Kanzlerin wird bei ihrer Reise von einer fast 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Darunter befindet sich auch der neue VW-Chef Matthias Müller.