Episode 01

Neuer Literatur-Podcast: Was lesen?

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre (l.) und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz.

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre (l.) und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz.

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz besprechen aktuelle Bestseller.

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz besprechen die Bestseller von Daniela Krien und Saša Stanišić, den neuen Roman von Gary Shteyngart sowie eine Neuübersetzung von Annie Ernaux.

Gar keine schlechte Literatursaison bislang. Mit diesem speziellen, vor Sprachlust vibrierenden Memoir von Saša Stanišić zum Beispiel. Was für ein Buch! Die Geschichte eines Mannes, der als Teenager nach Deutschland kommt, als Flüchtling. In dem, was einmal Jugoslawien war, tobt ein Krieg. Der junge Saša kann kein Wort Deutsch, aber er wird einmal einer der besten Erzähler deutscher Sprache sein. Wie er zu dem wurde, der er ist: Das erzählt der Hamburger Schriftsteller in „Herkunft“.

"Die Liebe im Ernstfall" – ein neuer Dauerbrenner?

Der Titel ist einer von vieren, die Abendblatt-Kulturredakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz in der ersten Folge des neuen Podcasts „Next Book Please“ vorstellen. Außerdem diskutieren die beiden leidenschaftlichen Leser über den Bestseller „Die Liebe im Ernstfall“, in dem die Autorin Daniela Krien das Lieben und Leiden von fünf Protagonistinnen nachspürt. Ein Buch, das ein Dauerbrenner werden könnte wie Dörte Hansens Romane – da ist sich Rainer Moritz sicher.

Eher ein Geheimtipp ist die französische Schriftstellerin Annie Ernaux, die in Frankreich schon lange bekannt ist für ihre Bücher, in denen sie ihre Biografie und die ihrer Vorfahren einbettet in die französische Gesellschaftsgeschichte. Damit wurde sie zum Vorbild der derzeit besonders in Deutschland viel gelesenenen und hoch gepriesenen Sozioliteraten Didier Eribon und Édouard Louis. Jetzt erschienen ist eine Neuübersetzung ihres im Original im Jahr 1983 veröffentlichten Buches „Der Platz“. Eine hochinteressante Lektüre.

Das gilt auch für Gary Shteyngarts Roman „Willkommen in Lake Success“, indem der amerikanische Schriftsteller, der in der Sowjetunion geboren wurde, das Amerika des Trump-Zeitalters porträtiert. Und die Lebenskrise eines Helden beschreibt, auf den man so erst einmal nicht gekommen wäre: Shteyngarts Figur Barry Cohen ist Hedgefonds-Manager. Tatsache. Er gehört also einem Menschenschlag an, den man nicht unbedingt mögen muss. Dass dabei ein zwar nicht immer wirklich witziger – Shteyngart war schon einmal besser in Form –, aber doch ganz brauchbarer Roman herauskommt, erklärt dieser Podcast, der künftig einmal im Monat erscheinen soll.