Hamburg. Sagen Sie Nein zu Unfreundlichkeit, Wut und Hass. Machen Sie mit! Zeigen Sie Flagge – mit unserem Aufkleber. Und schreiben Sie uns!

Seid nett zueinander. Der Slogan begleitet das Abendblatt seit seiner Gründung im Jahr 1948. Er war Axel Springers Antwort auf die Lebensumstände in der schweren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, der „Ellenbogenexistenz, als einer glaubte, des anderen Feind zu sein“. Das sagte Springer damals, und später: „In einer solchen Zeit war unser Aufruf ,Seid nett zueinander‘ beinahe eine Sensation.“

Eva Ebel hat die Jahre des Wiederaufbaus miterlebt. Heute ist sie 84 und schreibt in einem Brief an das Abendblatt: „Wir leben in einer Zeit allgegenwärtiger Rücksichtslosigkeit und Härte. Wie wäre es, wenn Sie die Aktion wieder aufleben lassen und dazu auffordern, nett zueinander zu sein?“

Wir vom Abendblatt finden, dass Eva Ebel und andere Leserinnen und Leser, die uns in den vergangenen Wochen und Monaten im gleichen Duktus geschrieben haben, recht haben. Und deshalb startet „Seid nett zueinander“ heute nach mehr als 70 Jahren erneut. Wir wollen den August unter das Motto stellen und berichten, wo es hakt mit Höflichkeit, Freundlichkeit und Respekt. Schreiben, was passiert, wenn Menschen nicht nett und fair miteinander umgehen, was man gegen Wut und Hass im Internet und auf den Straßen tun kann.

Viele kleine Zeichen setzen

Wir wollen mithilfe großer Hamburger Firmen viele kleine Zeichen setzen: Bei Rewe, Commerzbank, Sparda-Bank, Auto Wichert, Asklepios, nh Hotels, der Hamburg Messe, der Schanzenbäckerei und in der Abendblatt-Geschäftsstelle am Großen Burstah gibt es ab sofort „Seid nett zueinander“-Aufkleber. Holen Sie sich Ihr kostenloses Exem­plar, und machen Sie mit! Der Flughafen verteilt die Aufkleber unter allen seinen Mitarbeitern. Unser Ziel: Zehntausende der Seid-nett-zueinander-Botschaften sollen an Autos, Geschäften, auf Taschen und überall in der Stadt kleben. Unterstützt wird die Aktion auch vom „Labor für digitale Angelegenheiten“.

„Seid nett zueinander“ hätte auch „Hamburg zeigt Respekt“ heißen können oder „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst“. Die Botschaft ist dieselbe. Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass Politiker wie etwa Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit bepöbelt und bedroht werden. Dass Behördenmitarbeiter sich unsicher fühlen, Feuerwehrleute mehr mit Gaffern als mit Notfällen zu tun haben und E-Mails sich lesen, als wären sie gar nicht an einen anderen Menschen gerichtet.

Vor allem wollen wir aber von Ihnen wissen: Wie erleben Sie das Miteinander in Hamburg und Umgebung? Was haben Sie für Erfahrungen gemacht, positive wie negative? In welchen Bereichen sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Schreiben Sie uns!

Mit Schilderungen von rücksichtslosen Rad- beziehungsweise Autofahrern könnten wir schon jetzt Zeitungs- und Internetseiten füllen. Woran liegt das? Wieso regen sich Nicht-Hundebesitzer über Hundebesitzer auf und umgekehrt? Was machen wir eigentlich, wenn sich niemand mehr findet, der Politiker werden will, weil keiner Lust hat, sich ständig beschimpfen und im Zweifel sogar attackieren zu lassen? Wie gehen wir mit denen um, die Wut, Empörung und vielleicht sogar Hass extra schüren?

Und: Welche Rolle spielen Zeitungen wie das Abendblatt und andere Medien dabei? Darüber würden wir gern mit Ihnen ins Gespräch kommen und im August diskutieren. Schreiben Sie uns jetzt gleich, zum Beispiel per E-Mail an lokales@abendblatt.de oder per Post an das Hamburger Abendblatt, Lokalredaktion, 20445 Hamburg. Wir werden versuchen, alle Ihre Stellungnahmen zu veröffentlichen und Hinweisen nachzugehen.

Seid nett zueinander. Klingt ganz einfach, oder? Lassen Sie uns anfangen!

Ihr Hamburger Abendblatt