Episode 13

Warum Intendantin Karin Beier nie Kritiken liest

Die Chefin des Schauspielhauses spricht im Podcast über ihre Hamburg-Pläne und warum sie sich Sorgen wegen Altersarmut macht.

Hamburg. Wer Karin Beier einmal außerhalb ihrer Bühne erleben möchte, hat hier die seltene Gelegenheit dazu – denn normalerweise ist Hamburgs gefeierte Intendantin des Deutschen Schauspielhauses jenseits des Theaters kaum zu hören oder zu sehen.

„Ich gehe sehr ausgewählt zu gesellschaftlichen Ereignissen“, sagt sie in unserem PodcastEntscheider treffen Haider“, und dass es dafür mehrere Gründe gebe: „Der erste Grund ist, dass ich als inszenierende Intendantin ja sehr viel von mir in meinen Arbeiten preisgebe. Das ist meine Art und Weise, mich der Stadt vorzustellen.“

Der zweite Grund sei ihre Tochter, und der dritte, dass sie eben sowohl als Intendantin als auch als Regisseurin arbeite. Soll heißen: „Ich habe kaum ein Leben außerhalb von Theater und Familie.“

Außerdem spricht die Intendantin im Podcast über ihre Hamburg-Pläne und erzählt, warum sie keine Kritiken liest.

Karin Beier – die Theaterfrau, die Ärztin werden wollte:

Was wollten Sie als Kind werden und warum?

Ich wollte Medizinerin werden, weil mich die „Ärzte ohne Grenzen“ immer schon beeindruckt haben.

Was war der beste Rat Ihrer Eltern?

„Du schaffst das schon!“

Was haben Ihre Lehrer/Professoren über Sie gesagt?

„Furchtbar unordentlich.“

Wann und warum haben Sie sich für den Beruf entschieden, den Sie heute machen?

Mit 16 Jahren, allerdings als Regisseurin auch Intendantin zu werden war nie ein ausgesprochenes Ziel.

Wer waren Ihre wichtigsten Förderer?

Volker Canaris. Er hatte eine meiner Arbeiten in der freien Szene gesehen und mir dann eine Inszenierung angeboten – ich war sehr jung!

Auf wen hören Sie?

Auf meine Familie, mein Leading-Team und Narjes Gharsallaoui (meine Referentin).

Was sind Eigenschaften, die Sie an Ihren Chefs bewundert haben?

Den Versuch, immer das Positive zu sehen.

Was sollte man als Chef auf keinen Fall tun?

Die Nerven verlieren.

Was sind die Prinzipien Ihres Führungsstils?

Teamwork.

Wie wichtig war/ist Ihnen Geld?

Für den Betrieb (Zuschuss) sehr wichtig!

Was erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?

Loyalität.

Worauf achten Sie bei Bewerbungen?

Bei schriftlichen Bewerbungen auf die Biografie. Im mündlichen Gespräch auf die Persönlichkeit.

Duzen oder siezen Sie?

Im Theater wird meistens geduzt.

Was sind Ihre größten Stärken?

Nicht aufzugeben.

Was sind Ihre größten Schwächen?

Verrate ich nicht.

Was denken Sie über Betriebsräte?

Wichtig, gut und anstrengend.

Wann haben Sie zuletzt einen Fehler gemacht?

Gerade eben.

Welche Entscheidung hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg geholfen?

Nicht zu früh Intendantin zu werden.

Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche?

Viele.

Wie viele Stunden schlafen Sie (pro Nacht)?

Etwa sieben Stunden.

Wie gehen Sie mit Stress um?

Sport und Kaminfeuer.

Wie kommunizieren Sie?

Am liebsten „face à face“.

Wieviel Zeit verbringen Sie an ihrem Schreibtisch?

Mäßig viel Zeit, ich arbeite hauptsächlich auf Probebühnen, oder bin in Sitzungen.

Wenn Sie anderen Menschen nur einen Rat für ihren beruflichen Werdegang geben dürften, welcher wäre das?

Bei sich bleiben und trotzdem „beweglich“ sein.

Was unterscheidet den Menschen von der Intendantin Karin Beier?

Horizontale und die Vertikale.