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Männer als Norm: Ist die Forschung zu männlich?

Laura Kosanke
Katharina Fegebank im Abendblatt-Podcast „Das Geschlecht der Anderen“ zu der Frage, ob die Forschung zu männlich ist.

Katharina Fegebank im Abendblatt-Podcast „Das Geschlecht der Anderen“ zu der Frage, ob die Forschung zu männlich ist.

Foto: Marcelo Hernandez

Im Podcast „Das Geschlecht der Anderen“ spricht Katharina Fegebank über Diskriminierung, Gendermedizin und die Pille für den Mann.

Hamburg. Männer sind in der Medizin die Norm: Leitlinien stammen oft aus ihrer Feder, Probanden sind meist männlich und Medikamente daher auf ihre Physis abgestimmt. Das hat Folgen für die anderen Geschlechter: Fehldiagnosen, eine falsche Medikation, höhere Sterberaten. Ist das diskriminierend? „Ja“, sagt Katharina Fegebank (Grüne) im Podcast „Das Geschlecht der Anderen“. Sie ist Hamburgs Zweite Bürgermeisterin sowie Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke.

„Es gibt mehr als nur den berühmt berüchtigten Unterschied zwischen Mann und Frau“, sagt sie. „Es ist absolut essenziell, dass man die unterschiedlichen Wirksamkeiten, Ausgangslagen und -situationen der Geschlechter viel, viel stärker in den Blick nimmt.“ Zum Beispiel, dass Männern bei einem Herzinfarkt oft der linke oder rechte Arm schmerzt, Frauen dagegen die Schulter.

„Gendermedizin“ als neues Pflichtfach

Die Senatorin wünscht sich, dass angehende Ärztinnen im Studium ein neues Pflichtfach bekommen: die sogenannte „Gendermedizin“. Sie zählt zur Humanmedizin, stützt sich aber explizit die biologischen Unterschiede der Geschlechter. Möglich machen, könnte das der aktuelle Koalitionsvertrag.

Die Landesregierung setzt darin einen Fokus auf „eine geschlechtersensible Gesundheitspolitik“. Geht es nach Fegebank, könnten noch in dieser Legislaturperiode Maßnahmen vorgeschlagen werden, um die medizinische Forschung inklusiver zu gestalten. Im Podcast spricht die Politikerin außerdem über Verhütung, die Anti-Baby-Pille für den Mann und warum diese (noch) nicht marktreif ist.