Österreich: Drama von Amstetten

Kerstin Fritzl aus künstlichem Tiefschlaf erwacht

Die 19-jährige Tochter des Inzest-Täters Josef Fritzl ist aus ihrem künstlichen Koma erwacht. Kerstin Fritzl war Ende April in das Krankenhaus von Amstetten gebracht worden und schwebte wochenlang zwischen Leben und Tod.

Wien. Ihre geheimnisvolle Erkrankung hatte letztlich zur Aufdeckung des Inzest-Dramas von Amstetten am 27. April geführt.

Ein Sprecher der Niederösterreichischen Landeskliniken bestätigte der Nachrichtenagentur APA am Dienstag, Fritzl sei bereits vor einigen Tagen aus der Intensivstation des Krankenhauses entlassen worden, benötige aber "nach wie vor intensive medizinische, pflegerische und therapeutische Betreuung". Gerüchte, wonach die junge Frau in die Klinik verlegt wurde, in der sich ihre Mutter und Geschwister seit ihrer Befreiung aufhalten, wurden nicht bestätigt. Die Mediziner wollen die Presse an diesem Mittwoch ausführlicher über den Fall informieren.

Ein Haftrichter hatte am vergangenen Freitag die Untersuchungshaft gegen den 73-jährigen Fritzl verlängert. Am 27. April war ans Licht gekommen, dass der inzwischen weitgehend geständige Mann seine eigene Tochter seit ihrem 18. Lebensjahr in einem versteckten Kellerverlies 24 Jahre lang eingesperrt und immer wieder vergewaltigt hatte. Die heute 42-jährige Elisabeth Fritzl gebar in dem Keller in den folgenden Jahren sieben Kinder, von denen sechs überlebten.

( dpa )