Olympisches Feuer: nach massiven Protesten

IOC droht internationalen Fackellauf abzusagen

Am Freitag will das Internationale Olympische Komitee über einen möglichen Abbruch beraten. In San Francisco gab es eine spektakuläre Protestaktion.

San Francisco, Peking. Vor der Ankunft des olympischen Feuers in San Francisco haben heute drei Demonstranten mit einer spektakulären Aktion auf der Golden Gate Bridge gegen die chinesische Tibet-Politik protestiert. Sie kletterten an der Brücke hoch und hängten die tibetische Fahne sowie zwei Transparente mit der Aufschrift "Freies Tibet 08" und "Eine Welt - Ein Traum. Freies Tibet" auf.

Die geplante Route durch Tibet werde dort möglicherweise weitere Festnahmen zur Folge haben, sagte einer der Demonstranten über Mobiltelefon. Sollte das Internationale Olympische Komitee (IOC) zulassen, dass der Fackellauf durch Tibet führe, werde die Organisation "Blut an ihren Händen haben".

Das olympische Feuer wird am Mittwoch in San Francisco eintreffen. Die kalifornischen Metropole ist die einzige Station des Feuers in Nordamerika. In Frankreich hatten am Montag Tibet-Aktivisten mit massiven Protesten den Abbruch des olympischen Fackellaufs in Paris erzwungen und die symbolträchtige Veranstaltung in eine spektakuläre Demonstration gegen die chinesische Menschenrechtspolitik verwandelt. Mindestens 28 Menschen wurden festgenommen.

Indessen schließt das Internationale Olympische Komitee (IOC) als Reaktion auf die heftigen Proteste gegen die chinesische Tibetpolitik einen Abbruch des internationalen Teils des Fackellaufs für die Olympischen Spiele in Peking nicht mehr aus. "Das ist sicher etwas, das im Exekutivrat besprochen wird", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge heute einer Nachrichtenagentur in Peking. Der Exekutivrat werde am Freitag über die Möglichkeiten beraten. Noch sei noch nichts beschlossen, sagte Rogge. Er wolle auch nicht spekulieren, in welche Richtung eine Entscheidung gehen werde.

( ap )