Aids-Affäre: Nach Ankunft in Sofia

Bulgarische Krankenschwestern begnadigt

Mit der Ausreise der fünf Frauen sowie des Arztes und ihrer Begnadigung in Bulgarien hat die libysche Aids-Affäre nach mehr als acht Jahren ein Ende gefunden. Ihnen war vorgeworfen worden, mehr als 400 Kinder absichtlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben, was Experten widerlegt hatten.

Sofia. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Libyen sind die fünf bulgarischen Krankenschwestern und der palästinensische Arzt am Flughafen von Sofia von den Vorwürfen freigesprochen worden. Ihre Auslieferung begründet zufolge EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner "eine neue Seite" in den Beziehungen zu Libyen.

Einen entsprechenden Erlass habe Staatspräsident Georgi Parwanow unterzeichnet, gab Außenminister Iwajlo Kalfin nach der Begrüßung bekannt. Dabei sei der bulgarische Staatspräsident von deren Unschuld ausgegangen. In Libyen war den sechs vorgeworfen worden, sie hätten mehr als 400 Kinder absichtlich mit dem Aids-Virus infiziert, was Experten widerlegt hatten.

Die Frauen und der Arzt, der inzwischen auch bulgarischer Staatsbürger ist, waren zuvor von ihren Verwandten und bulgarischen Regierungsvertretern am Flughafen von in Sofia begrüßt worden. Sie wurden von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und der Frau des französischen Präsidenten, Cecilia Sarkozy, von Tripolis nach Sofia begleitet worden.

Ferrero-Waldner betonte, die Rückkehr der Frauen nach Bulgarien sei durch die "gemeinsamen Bemühungen" der Europäischen Union ermöglicht worden. Heute werde auch "eine neue Seite" in den Beziehungen zu Libyen aufgeschlagen. "Das ist ein Augenblick voller Freude", sagte der Generalsekretär des Élyseepalastes, Claude Gueant, Er hatte Ferrero-Waldner und Sarkozy nach Libyen begleitet.

Die Frauen und der Arzt sollen in den nächsten Tagen in der staatlichen Residenz Bojana bei Sofia untergebracht werden. Nach dem achteinhalbjährigen Aufenthalt in libyschen Gefängnissen sollen sie am Mittwoch in der Militärmedizinischen Akademie in Sofia untersucht werden.